sued_Ortsbegehung21_0806_4c
+
Einen Blick in die Unterwelt werfen (v. l.) Patricia Ortmann, Hildegard Zimmer, Dieter Synowzik, Rudi Gerlach, Bernhard Seitz, Harald Kienholz und Hans Ulm.

Probleme mit Abwässern

  • vonVolker Mattern
    schließen

Biebertal (m). Der neue Ortsbeirat unternahm jetzt eine Ortsbegehung, um sich markante Punkte und offene Dinge anzuschauen. Am Dorfbrunnen war Treffpunkt. Ortsvorsteher Dr. Alfons Lindemann (CDU) begrüßte nicht nur Bürgermeisterin Patricia Ortmann (parteilos), sondern vor allem mit Rudi Gerlach (FW) einen Kenner der Ortsgeschichte und der kommunalpolitischen Schwerpunktthemen.

Gerlach übernahm die Führung. 26 Jahre gehörte er selbst dem Ortsbeirat an, war 14 Jahren dessen Vorsitzender und ist seit zehn Jahren Mitglied in der Gemeindevertretung.

Die Bürgermeisterin warb um Verständnis, wenn nicht alles, was die sieben Ortsbeiräte an die Verwaltung herantrügen, gleich erledigt werden könne. Es gelte, mit Weitsicht und Vernunft die Dinge zu benennen und zu priorisieren.

Interesse am Feuerwehrhaus

Die Ortsbegehung - mit dem Charme einer heimatkundlichen Exkursion - begann mit einer Besichtigung des Backhauses. Es wird in unregelmäßigen Abständen immer noch genutzt und besonders bei den im zweijährigen Rhythmus stattfindenden Brunnenfesten zeigt sich, wie wichtig solche historischen Gebäude auch für die Dorf- und Vereinsgemeinschaft sind.

An der östlichen Bebauungsgrenze war vor Jahren im Bereich Wickengarten die Auflegung eines Baugebietes als Arrondierungsfläche im Gespräch, wurde aber verworfen, nachdem klar war, dass keine vernünftige Anbindung an das örtliche Straßennetz möglich gewesen wäre. Bei den Anlaufpunkten Wickengarten/Am Berg, Marschallstraße/Borngasse und Landesstraße 3047 ging es um die Themen Hochwasserschutz und Abwasserführung. Während mit dem Bau einer Stauanlage an der L 3047 die Wassermassen des Hinterbaches bei Starkregenereignissen reguliert werden können und die Anwohner Wickengartens und Grohbachs von den Folgen eines Hochwassers der Kehlbach verschont sind, bekommen auch die Fachdienststellen die Problematik am Regenüberlaufbauwerk in der Marschallstraße/Ecke Borngasse seit Jahrzehnten nicht in den Griff. An der Mündung des Überlaufkanals in den Kehlbach bringen schon bei geringfügig stärkeren Regenfällen die Abwässer sämtliche Hinterlassenschaften des Abwassersystems wie Toilettenpapier mit. Was dann nicht im Gitter hängen bleibt, gelangt ungeklärt in den Kehlbach, der zwischen den Kleingärtenanlagen durchfließt, wo auch Kinder spielen. Das sei nicht nur unschön, sondern hygienisch mehr als bedenklich, befürchtet man. Immer wieder habe der Ortsbeirat, so Rudi Gerlach, das Unverständnis darüber geäußert, dass dies seitens der Behörden offensichtlich geduldet werde. Der Einbau eines Auffangkorbes im Kanalschacht bringe nicht den gewünschten Erfolg.

Im Bereich der Verlängerung der Hintergasse zur L 3047 wurde vor Jahren »Am Wingert« mit der Jubiläumswiese die Möglichkeit geschaffen, zur Hochzeit, Geburt, Geburtstag oder ähnlichen Familien-ereignissen einen Baum zu pflanzen. Diese Möglichkeit ist etwas aus dem Blick geraten.

Ortmann sagte, der Ortsbeirat solle die Idee wieder mehr bewerben, seien Obstbäume doch wichtige Bestandteile von Grüngürteln und Trittsteine in der Biotopvernetzung. Im Gespräch war auch die Straße Am Berg ein Thema. Sie sei dringend grundhaft zu erneuern, so Gerlach. Er wies darauf hin, dass in den zurückliegenden Jahren das Geld für Straßenbau im Haushalt zwar eingestellt gewesen sei, aber nie für die Straße ausgegeben wurde.

Am Feuerwehrhaus war Abschluss der zweieinhalbstünden Begehung. Es steht zum Verkauf. Es gebe Interessenten, sagte die Bürgermeisterin und wies darauf hin, dass es einer gewerblichen Nutzung zugeführt werden soll, da es im Industriegebiet steht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare