Plädoyer fürs Umdenken

  • VonVolker Mattern
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Biebertal (m). »Ich wünsche mir für die Natur ein Umdenken«, sagte Rolf Gerth, der zweite Vorsitzende des Natur- und Vogelschutzvereins Fellingshausen (NVF). Bei der Jahreshauptversammlung plädierte er im Rahmen seines umfangreichen Berichtes als Vogelschutzwart für mehr Sensibilität gegenüber der Natur. Es nütze nichts, den Vögeln Nisthilfen anzubieten, wenn ihr Lebensraum ansonsten nicht in Ordnung sei.

Das Umdenken könne da schon im eigenen Garten beginnen, indem man beispielsweise Blühflächen einfach mal stehen lasse und nicht alle fünf Tage mähe.

Dies gelte auch für den öffentlich-gemeindlichen Raum, wo nicht alle Wegränder gemulcht werden sollten. Blühstreifen müsse man überall dort anlegen, wo es möglich sei. Die Landwirte sollten mehr darauf achten, ihre Felder nicht bis an die Wegränder umzupflügen.

Ein Umdenken forderte er auch bei der Forstwirtschaft, die sich mehr auf Naturwald fokussieren sollte. Die Nordseite des »Kleinen Dünsberg« und die Südseite des »Isselscheids« würden sich dafür anbieten. Im Gemeindewald könne man den Gedanken des verstorbenen ehemaligen Revierförsters Peter Moos aufgreifen und umsetzen und Sickergruben anlegen, damit Niederschlagswasser dem Wald länger zur Verfügung stünde.

Ergänzend gab Vorsitzender Michael Gerth den Bericht über das Ergebnis der Nistkastenbelegung. Bei den Kohlmeisen war hiernach die Belegzahl in 2020 mit 78 Bruten um ein Fünftel rückläufig. Hingegen hatte sich diese mit neun bei den Sumpfmeisen fast verdoppelt. Der NVF betreut aktuell 309 Nistkästen.

Ansonsten hielten sich die Vereinsaktivitäten coronabedingt im Berichtzeitraum in Grenzen. Schriftführerin Constanze Gude konnte lediglich von der Nistkastenreinigung berichten und mit Blick auf das laufende Jahr auf den Obstbaumschnitt der Jubiläumswiese im Wingert. Melanie Balser gab der Versammlung ihren Bericht als Kassiererin. Für dieses Jahr ist am 15. Oktober eine Herbstwanderung geplant sowie im Mai 2022 eine Kräuterwanderung. Außerdem soll es nächstes Jahr einen Tagesausflug ins Main-Äppel-Haus am Lohrberg geben.

Berichtet wurde zudem, dass die Grundschule im Rahmen ihres Waldtages nach Unterstützung gefragt habe, und auch die Kitas hätten Wünsche nach naturkundlicher Unterrichtung geäußert.

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