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Mitglieder des Vereins für Vogel- und Naturschutz Krumbach nach der Pflanzung des Apfelbäumchens "Heuchelheimer Schneeapfel" und der Installierung der von Hendrik Meijer gestalteten Tafel. FOTO: MO

Pflanzung zum Jubiläum

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Biebertal(mo). Im Biebertaler Ortsteil Krumbach wird in diesem Jahre das Jubiläum "50 Jahre Verein für Vogel- und Naturschutz Krumbach" gefeiert. Es gibt kein großes Fest, aber es soll auch nicht unter den Teppich gekehrt werden, dass hier ehrenamtlich tätige Frauen und Männer um Helmut Gerlach, der seit 50 Jahren den Verein als Vorsitzender führt, Großes geleistet haben.

Zwei Veranstaltungen prägen das Jubiläum. Zum einen eine Frühjahrswanderung mit Obst-Baumpflanzung, eine nachhaltige Maßnahme, die noch kurz vor den Einschränkungen der Corona Pandemie durchgeführt werden konnte. Beim Dorffest aller Vereine am 22. August werden dann auch die Vogel- und Naturfreunde mit einem Angebot auf sich und ihr Jubiläum aufmerksam machen.

Die nun schon stattgefundene Frühjahrswanderung stand unter Leitung von Helmut Gerlach. Elf Teilnehmer waren dabei. Wissenswertes über Flurnamen und Anekdoten zur Krumbacher Dorfgeschichte waren zu erfahren. So hatte der am heutigen Rückhaltebecken 2 beginnende Weg in der Nachkriegszeit eine besondere Bedeutung, gingen doch von dort aus die vielen Arbeitslosen zu Fuß nach Krofdorf, um ihr Stempelgeld in Empfang zu nehmen. Heute ist der wegen der feuchten Witterung aufgeweichte Pfad entlang des Waldsaums Teil des Krumbach dort Richtung Fellngshausen verlassenden Elisabethpfads.

"Auf dem Brunkel", auf der Höhe des Tannenhofes, war die momentane Schädigung des Waldes durch Dürrefolgen und Windwurf besonders deutlich zu sehen, jedoch lassen vereinzelte Schlackebrocken auf dem Boden auch Rückschlüsse auf die Eisenschmelze am Fuß des Dünsbergs in früheren Jahrhunderten zu.

Hinweistafel aufgestellt

Wasser und Holz standen dafür in ausreichendem Maße zur Verfügung. Es ist daher auch kein Zufall, dass um 1950 in der Straße direkt oberhalb des Tannenhofes ein Wasserbehälter mit Versorgungsleitung bis zum Schunk & Ebe-Erholungsheim errichtet wurde - das alles in Eigenleistung der Krumbacher Anlieger.

Nächste Station war die "Schwarze Hofstatt", eine plateauartige Anhöhe oberhalb des heute im Tal gelegenen Dorfes, deren Name mit Gewissheit auf die Anfänge der Siedlung hindeutet, aus der Krumbach hervorgegangen ist. Wo seit dem Mittelalter eine Wegestation an der von Königsberg um den Dünsberg nördlich herum führenden Hohen Straße Richtung Krofdorfer Forst - Altes Schloss bei der Schmelz-Salzbödefurt bestanden haben muss, entspringt aus vielen kleinen Quellen der namensgebende Krumbach.

Die an diesem Nachmittag scheinende Frühlingssonne bot dann für die abschließend geplante Pflanzung eines Apfelbaumes, Sorte Heuchelheimer Schneeapfel, in der Königsberger Hohl den passenden Rahmen. Manfred Brosch, ein Beisitzer aus dem Vorstand hatte das Pflanzloch schon vorher ausgehoben und Hendrik Meijer, der 2. Vorsitzende, hatte eine Holztafel künstlerisch gestaltet, die auf das 50-jährige Bestehen des Vereins für Vogel- und Naturschutz hinweist. Zwei weitere Obstbäume, alte Sorten, wurden von Helmut Gerlach und Manfred Brosch vorher im Rahmen des Vereinsjubiläums gepflanzt. Gottfried Tschöp, Beisitzer im Vorstand, dokumentierte die Wanderung.

Den bereichernden Gang in die erwachende heimische Natur ließ man in geselliger Runde in der Gaststätte "Kastanie" geruhsam ausklingen.

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