Kein Durchkommen: Eine Situation, mit der Anwohner der Dammstraße regelmäßig konfrontiert werden. FOTO: PM
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Kein Durchkommen: Eine Situation, mit der Anwohner der Dammstraße regelmäßig konfrontiert werden. FOTO: PM

Permanenter Ärger in Dammstraße

  • vonLena Karber
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Biebertal(lkl). Von Anfang an hat die Bebauung des ehemaligen Fuhrpark-Geländes in der Rodheimer Dammstraße für hitzige Diskussionen gesorgt. Nicht alle Anwohner waren von den Plänen zur Errichtung eines Geschosswohnungsbaus mit 31 Wohnungen begeistert - unter anderem wegen der geplanten Höhe der Wohnblöcke. Diese reduzierte Investor Faber & Schnepp schließlich, doch mit dem Spatenstich Anfang 2019 war das Thema noch lange nicht erledigt. Aktuell sorgt vor allem die Parksituation für Unmut.

"Der hintere Teil der Straße ist regelmäßig komplett dicht" - zugeparkt durch Baustellenfahrzeuge, berichtet ein Anwohner. Kürzlich habe er daher beim Ordnungsamt angerufen. Dort sei ihm gesagt worden, er möge sein Anliegen per E-Mail an die Gemeinde richten. Seine Nachrichten an das Ordnungsamt sowie an die Gemeinde vom 10. August seien jedoch unbeantwortet geblieben, ärgert er sich. Obwohl es seine erste Beschwerde an die Gemeinde gewesen sei, vermutet er, dass das mit den Protesten gegen das Bauvorhaben zusammenhängt. "Wir Anwohner werden direkt als Querulanten hingestellt."

Bürgermeisterin Patricia Ortmann weist diesen Vorwurf von sich. "Seit Beginn der Baumaßnahmen gehen immer wieder Beschwerden wegen des Baustellenverkehrs, der Parksituation und allerlei anderer ›Befindlichkeiten‹ bei uns ein", berichtet die Rathauschefin. Sie habe großes Verständnis für die Anlieger, und die Gemeinde stehe in ständigem Austausch mit diesen. So seien auch bereits vorgeschlagene Änderungen der Umleitungen übernommen worden. Dass es im Einzelfall zu zugeparkten Wegbereichen komme, sei jedoch "natürlich nicht richtig und nicht hinnehmbar", schreibt sie. Die Gemeinde werde daher erneut mit den Firmen sprechen.

Karl-Heinz Redant, Geschäftsführer von Faber & Schnepp, teilte auf GAZ-Anfrage mit, dass weder in der Geschäftsstelle in Langgöns/Gießen noch auf der Baustelle eine Beschwerde der Nachbarn vorliege. Es handele sich zudem um "temporäre Bauzustände", die bei Bedarf kurzerhand entfernt werden könnten. "Im Übrigen ist den Nachbarn bekannt, dass unsere verantwortlichen Mitarbeiter immer ansprechbar sind", erläutert Redant.

Zumindest Letzteres kann der Anwohner bestätigen. In der Regel würden die Bauarbeiter freundlich auf die Bitte reagieren, die Straße freizumachen, sagt er. Trotzdem, findet er, sei es nicht in Ordnung, dass die Anwohner regelmäßig zur "Bittstellerei" gezwungen seien. Er sieht vor allem die Gemeinde Biebertal in der Verantwortung: "Die Gemeinde hätte dafür sorgen müssen, dass von Anfang an genügend Parkplätze zur Verfügung stehen oder ein Parkverbot verhängen müssen", sagt der Anwohner.

Er betont: "Wir sind keine Querulanten, die Beschwerden waren jedes Mal berechtigt, weil immer irgendetwas zugeparkt war." Nachdem sein Schwager Kontakt zum Ordnungsamt gehabt habe, sei die Situation in der Dammstraße aktuell etwas besser, sagt der Anwohner. Zudem steht die Baustelle kurz vor dem Abschluss. Mit Fertigstellung des Bauvorhabens werden auch 42 neue Parkplätze zur Verfügung stehen - in der Tiefgarage des neuen Wohnkomplexes. Doch der Anwohner sieht weiterhin Handlungsbedarf. "Was passiert, wenn die Leute da einziehen?", fragt er im Hinblick auf die Zeit nach der Fertigstellung der Baustelle. Er fürchtet, dass dann große Lkw mit Möbeln für ein Verkehrschaos sorgen werden. In seiner E-Mail an die Gemeinde hatte er daher auch gefragt, ob man nicht ein Halteverbot einführen könnte - bislang, sagt er, ohne Resonanz.

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