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Ein halbes Jahrhundert überdauert: Die Original Biebertaler Musikanten feierten und ließen sich feiern. Foto: m

Musik

Die Original Biebertaler Musikanten feiern 50. Geburtstag

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Sie stehen für handgemachte Blasmusik, haben zahlreiche treue Fans: die Original Biebertaler Musikanten gibt es seit einem halben Jahrhundert.

Drei Sternstunden der Volksmusik erlebten 350 Fans der Original Biebertaler Musikanten beim ausverkauften Jubiläumskonzert im Bürgerhaus Rodheim. Die 16 Musiker und das Gesang-Duo Katja Brück und Alexander Römer zündeten unter Leitung von Andreas Tröster ein musikalisches Feuerwerk. Einmal mehr stellte das Orchester unter Beweis, dass es in den 50 Jahren seines Bestehens an musikalischer Qualität und wachsender Repertoire-Vielfalt nichts eingebüßt hat. Mehr noch: Aufbauend auf seinen Werten, hat es den Wandel hin zu einem modernen, breit aufgestellten Klangkörper geschafft.

Michael Peller, bekannt als Schöffengrunder Bürgermeister, moderierte den Abend auf charmant-lustige Weise. Beigeordneter Peter Kleiner bezeichnete das "Geburtstagskind" als exzellenten Botschafter, der den Namen Biebertals in die Welt transportiert habe. Mit dem Titel "Allgäuland" startete das Ensemble sein Konzertprogramm, um dann mit "Ein halbes Jahrhundert" musikalisch an diese Zeit zu erinnern. Mit "Böhmischer Liebe", "Ich hab die Sterne gefragt" oder "Im kleinen Dörfchen" standen nur einige der Stücke auf dem Programm, in denen Katja Brück und Alexander Römer ihre sängerische Klasse mit klaren, samtweichen und von überzeugender Harmonie geprägten Stimmen erklingen ließen.

An Gründer erinnert

Mit dem 1898 komponierten italienischen Dreivierteltakter "Chiribiribin" und damit eher untypisch Klängen für die Biebertaler, bewiesen sie musikalische Vielfalt, bei der Andreas Weinelt als Solist mit der Trompete brillierte. Titel des Großmeisters der Egerländer Blasmusik, Ernst Mosch, durften freilich nicht fehlen. Dazu gehörte die "Abschiedspolka" ebenso wie das Werk "Ohne Liebe geht es nicht".

Über Wochen, Monate und gar als Jahressieger in allen Funk- und Fernsehkanälen war einst - und selbstverständlich auch beim Jubiläumskonzertabend - "Brouda Liederle" zu hören. An dieser Stelle gebührte es, an den 1997 verstorbenen Gründer Helmut Baier zu erinnern. Das tat mit Alexander Römer einer, der als 15-Jähriger unter dem Orchestergründer seine musikalische Reife erlangte.

Mit sehr persönlichen Worten sprach er von einer väterlichen Figur, der durch seine zahlreichen, ausgezeichneten Kompositionen, durch seine fachliche Kompetenz und durch seine Stimme als Sänger auch zum Markenzeichen der Original Biebertaler Musikanten geworden sei. Seine aufrichtigen und von großem Erfolg gekrönten Bemühungen um den Erhalt und die Verbreitung der Musik seiner Egerländer Heimat hatte Helmut Baier 1980 das Bundesehrenzeichen der Egerländer in Gold und damit die höchste Auszeichnung seiner Landsleute eingebracht. Diese Hoch- und Aufbruchzeit durfte mit Manfred Weinecker das einzig noch lebende Gründungsmitglied des Orchesters aktiv miterleben. Er wurde mit großem Jubel vom Publikum belohnt.

Den frenetischen Zugaberufen folgte das Orchester gerne. Den Abschluss bildete der feierlich zelebrierte "Bergmannsgruß".

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