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Weggeworfene Masken sieht man jetzt oft auf der Straße oder in der Natur. Angelina Krauskopf ruft dazu auf, achtlos entsorgte Exemplare aufzusammeln. Wer mitmacht, kann auch etwas gewinnen. SYMBOLFOTO: DPA

»Nicht schwätzen, machen«

  • vonVolker Mattern
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Biebertal (m). Die Folgen von Corona sind vielfältig. Eine zwar weniger dramatischere, aber dennoch unschöne Folge sind achtlos weggeworfene Mund- und Nasenschutzmasken. Diese findet man inzwischen nämlich nicht nur in den Gesichtern der Menschen, sondern immer häufiger auch am Wegesrand sowie an Rast- und Parkplätzen und erweitern auf hässliche Weise den Fundus von achtlos weggeworfenen Gegenständen.

Angelina Krauskopf ärgert das - und deshalb startet sie eine Müllsammelaktion.

Da die Menschen zurzeit kaum Urlaub oder Ausflüge machen können, gehen viel mehr spazieren. Dagegen hat Angelina Krauskopf absolut nichts, im Gegenteil, aber sie ärgern achtlos weggeworfene Zigarettenkippen, Hundekotbeutel, Tüten, Flaschen, Kabel und vieles mehr, was die Natur verschandelt und belastet, weil es genau dort fallen gelassen wird, wo es absolut nicht hingehört. Dazu zählt sie auch die Masken.

Vernetzt über Instagram

Deshalb ruft die 30-Jährige dazu auf, bei »Müll-nicht-rum« mitzumachen. Sie möchte die Menschen dabei kreativ ansprechen und für eine saubere Landschaft gewinnen: »Instagram« heißt das Stichwort. Dort findet man Angelina Krauskopf unter @fraeulein_wildlich. Jeder kann mitmachen indem er einen Beitrag zur Aktion bei Instagram teilt oder liked oder eine Person markiert, mit der er gemeinsam gerne Müll sammeln würde. Das soll den Radius der Aktion erweitern. Dann sei es noch wichtig, Fotos vom gesammelten Müll zu machen und über Instagram mit Krauskopf zu teilen. Wer kein Instagram hat, kann mit Krauskopf über E-Mail Kontakt aufnehmen: angelinakrauskopf@web.de

Um möglichst viele Mitstreiter zu gewinnen, hat Krauskopf Biebertaler Geschäftsleute angesprochen und um Spenden gebeten. So landen alle Teilnehmer im Lostopf und können Gutscheine oder Wanderführer gewinnen. Die Aktion läuft bis Ende April, danach wird verlost. Die Idee mit der Verlosung sei auch nur ein kleines Bonbon, viel wichtiger sei es ihr, die Menschen zu sensibilisieren, sagt Krauskopf. Sie würde sich besonders freuen, wenn auch viele Kinder mitmachen. Denn dann, so hofft sie, ist ein ordentliches Umweltverhalten für die Zukunft vielleicht eher gesichert. Der Natur- und Tierfreundin ist es wichtig, nicht wegzuschauen, sondern mit der Aktion ein Zeichen zu setzen und einen Anreiz für mehr Umweltbewusstsein zu geben. Müll sammeln sollte zu einem normalen Sport werden sagt sie, »net schwätze, mache«, aber noch besser wäre es, es bräuchte keine Müllsammelaktion mehr.

Wer keine Möglichkeit hat, den gesammelten Müll selbst zu entsorgen, wird ebenfalls unterstützt. Krauskopf holt den Müll ab, der dann gemäß entsprechender Absprache von der Firma Faber und Schnepp, dem Arbeitgeber der kaufmännischen Angestellten, entsorgt wird.

Toll findet die Aktion auch Jonas Rentrop, der jetzt für die Grünen erstmals im Biebertaler Parlament sitzt. Er wolle solche Müllsammelaktionen stärker unterstützen, sagt der junge Gemeindevertreter und lobt das Engagement von Krauskopf. Vorstellbar sei beispielsweise die Bereitstellung des erforderlichen Equipments wie Müllsäcke, Handschuhe und Greifzangen.

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