Der Blick über Königsberg aufs Helfholz. Im Hintergrund der Dünsberg. FOTO: PM
+
Der Blick über Königsberg aufs Helfholz. Im Hintergrund der Dünsberg. FOTO: PM

Neuer Investor für Windräder im Helfholz?

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
    schließen

Biebertal(pm). Für erhebliche Unruhe im Ort hat die Beobachtung gesorgt, dass in der Gemarkung Königsberg im Auftrag eines Windkraftinvestors Kartierungen durchgeführt werden. Diese dienten zur Vorbereitung eines Bauantrages zur Erstellung von Windenergieanlagen im Privatwaldgebiet Helfholz nahe dem Dünsberg, schreibt die Bürgerinitiative Königsberger Gegenwind. Bei dem Investor soll es sich um das Unternehmen "juwi" aus der Nähe von Mainz handeln, seit mehr als 20 Jahren im Bereich alternativer Energien am Markt.

Nachdem Anfragen von besorgten Bürgern aus Hohenahr und Biebertal eingegangen seien, finden wieder regelmäßige Treffen der Bürgerinitiative statt - zurzeit in Form von Online-Meetings.

"Die Corona-Krise hat deutlich gezeigt, welche hohe Bedeutung der Erhalt des überregionalen Naherholungsgebietes um den Dünsberg nicht nur für die Ortsansässigen hat", schreibt die BI in einer Pressemitteilung. Da das Helfholz Schwachwindgebiet sei, würden die geplanten Windenergieanlagen voraussichtlich eine Höhe von circa 250 Metern haben, so die Befürchtung der Windkraftgegner.

Diese Windräder würden nicht nur eine massive optisch bedrängende Wirkung auf Hohensolms, Erda, Königsberg, Frankenbach, Fellingshausen und Bieber haben, sondern auch das von zahlreichen Wanderern und Radfahrern so gern genutzte, wunderschöne Naherholungsgebiet um den Dünsberg stark beeinträchtigen, heißt es weiter. Dazu kämen die gefürchteten Belastungen durch Schallemissionen und Schattenwurf. Das Helfholz ist ein Waldgebiet mit über 85 Prozent ökologisch wertvollem Laubwaldbestand, so die BI.

Verwiesen wird auf das Vorkommen gefährdeter Tierarten wie der Mopsfledermaus, des Rot- und Schwarzmilans, des Wespenbussards und des Schwarzstorchs, dessen essenzielles Nahrungsgebiet im Dünsberggrund liegt. Diese Tiere würden durch Windkraftanlagen gefährdet. Das Vorranggebiet liegt zudem in einer Wasserschutzzone, die für die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung Biebertals höchste Bedeutung hat.

Nicht nur den Naturraum, sondern auch die Hohensolmser und Königsberger Bevölkerung sieht die Bürgerinitiative durch die Emissionen des Hohenahrer Windparks mit mittlerweile 13 Windenergieanlagen bereits belastet. Ein weiterer, noch sehr viel näher an die Wohnbebauung heranreichender Windpark würde zu einer annähernden Umzingelung der beiden Ort führen und damit die Grenze des Erträglichen überschreiten, so die Auffassung der BI.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare