"Neue Erkenntnisse"

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
    schließen

Biebertal(so). Mit einem neuen Gutachten zum Schutz des Grundwassers und der Trinkwasserbrunnen will Biebertal die Ablehnung von Windrädern im Helfholz bei Königsberg untermauern. Der Verein "Biebertaler Natur erleben und bewahren" hat die Studie bei Dipl.-Geograph Alexander Stahr (Taunusstein) in Auftrag gegeben und aus Mitteln bezahlt, die bei Mitgliedern und Bürgern eingeworben wurden.

Am Dienstag haben Vereinsvertreter die nach ihren Angaben erst am 30. November fertiggestellte Studie offiziell an die Fraktionsvorsitzenden in der Gemeindevertretung übergeben. Den Freien Wählern und im Rathaus hat das Gutachten derweil schon ein paar Tage früher vorgelegen. Denn die Gemeindevertreter bekamen mit der Einladung zur Sitzung mit Datum vom 3. Dezember bereits Kopien aus dem Rathaus übermittelt. Und die Fraktion der Freien Wähler brachte mit Datum 30. November einen Antrag in den Geschäftsgang, der sich auf die Studie bezieht.

In dem Gutachten hätten sich neue Erkenntnisse ergeben, die es aus fachlicher Sicht notwendig erscheinen lassen, von Windkraftanlagen im Helfholz abzusehen, so die Argumentation von Sascha Lepper (FW). Die Freien Wähler wollen daher das Gutachten zur möglichen Gefährdung des Biebertaler Trinkwassers durch Windkraftanlagen an das Regierungspräsidium als Landesbehörde nachreichen. Denn die Gemeinde befindet sich mit dem Land in einem Streit um das Helfholz als Windkraftstandort. Dort will ein Investor Windräder auf Flächen errichten, die im Teilregionalplan Energie vom Land gebilligt sind. Aktuell läuft ein Mediationsverfahren zwischen Gemeinde und Land.

Vertreter aller Fraktionen haben die FW-Initiative einstimmig mitgetragen; auch die Grünen, die sich grundsätzlich für erneuerbare Energien aussprechen. Thorsten Cramer vom FW-Koalitionspartner CDU beklagte gleichwohl, dass die anderen Fraktionen nicht früher einbezogen wurden. "Das hat den Touch, dass man sich hier in Position bringen wollte", grollte Cramer wegen des FW-Antrags Richtung Koalitionspartner.

FW-Sprecher Sascha Lepper hatte zuvor bereits entschuldigend dargelegt, es sei zu seinem Bedauern aus Zeitgründen nicht möglich gewesen, die anderen politischen Kräfte einzubinden.

Das vom Verein initiierte Gutachten bewertet den natürlichen Wasserspeicher Helfholz, den Wald zwischen Königsberg und Erda mit den nahen Quellbächen Strupbach und Dünsbergbach. Diese beiden Bäche speisen den Brunnen "Obermühle", der mit Ausnahme von Krumbach sechs der sieben Biebertal-Dörfer mit Trinkwasser versorgt. Dort wird zudem das Grundwasser für die Brunnen "Quelle Helfholz" und "Köppelwies" für Erda gewonnen. Bisher fällt das Helfholz in die Trinkwasserschutzzone III, welche nur Auflagen für Windräder vorsieht. Der Verein plädiert derweil für eine Einstufung in die die Wasserschutzzone II, die generell eine Errichtung von Windrädern verbieten würde. Diese endet am Waldrand.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare