Neubau mit Kostendeckel

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Inge Mohr hat sich durchgesetzt. Die starke Frau der Freien Wähler in der Gemeindevertretung Biebertal hat in den vergangenen Tagen auch beim Koalitionspartner CDU nochmals nachdrücklich dafür geworben, die weiteren Planungen für den Neubau von Feuerwehrstützpunkt und Bauhof in Rodheim-Bieber mit einem Kostendeckel zu versehen.

Inge Mohr hat sich durchgesetzt. Die starke Frau der Freien Wähler in der Gemeindevertretung Biebertal hat in den vergangenen Tagen auch beim Koalitionspartner CDU nochmals nachdrücklich dafür geworben, die weiteren Planungen für den Neubau von Feuerwehrstützpunkt und Bauhof in Rodheim-Bieber mit einem Kostendeckel zu versehen.

Am Dienstag hat die Gemeindevertretung mit Mehrheit den Beschluss gefasst, nun in der Planung einen Schritt weiter zu gehen, um endlich aus dem Stadium der Kostenschätzung zu einer Kostenberechnung zu kommen. Und da soll nach dem Willen der FW/CDU-Koalition ein Kostenrahmen in Höhe der im Haushalt bereitgestellten Mittel eingehalten werden: 9,3 Millionen Euro für den neuen Bauhof und den gemeinsamen Feuerwehrstützpunkt für Rodheim-Bieber, Fellingshausen und Vetzberg.

FW-Fraktionsvorsitzende Mohr verband ihr klares "Ja" zum Bauhof und Feuerwehr auf Grundlage des beschlossenen Raum- und Flächenprogramms mit der Kostendeckelung. Und erneuerte ihre Kritik an den kommunalpolitisch Verantwortlichen aus 2016/2017. Unverantwortliche sei es gewesen, dem Planer kein Budget zu nennen. Auch der Architekt selbst habe das Fehlen moniert. Mohr am Dienstag: "Wir haben jetzt sehr genau auf die Kosten zu achten – hier ist Haushaltsdisziplin gefordert." Keineswegs wolle man das Vorhaben "kaputtsparen", halte aber sehr wohl am Budget fest.

Die letzte Kostenschätzung lag bei 10,8 Millionen Euro. Doch trotz vielfacher vereinter Versuche, den Rotstift anzusetzen, bleiben jeweils Kosten jenseits der zehn Millionen, wenn man nicht substanziell oder und qualitativ abspecken will.

Erst schätzen, dann rechnen

SPD und Grüne vertreten eher die Linie von Bürgermeisterin Patricia Ortmann (unabhängig): Dass es zum jetzigen Zeitpunkt nicht so erheblich sei, wo die Kostenschätzung landet. Schließlich könne man erst bei einer präzisieren Planung vernünftigerweise nachjustieren und Kosten senken. Die Kostenschätzung, so erläuterte die Bürgermeisterin nochmals, lasse eine Abweichung von 25 Prozent nach oben oder nach unten zu. Erst bei einer Kostenberechnung habe man eine Toleranz von plus oder minus zehn Prozent. Dann sei der Punkt gekommen, Detailfragen nach der Größe der Fenster oder der Ausführung der Wasserhähne zu diskutieren, versuchte sie die Diskussion weiter zu versachlichen. SPD-Sprecher Thomas Prochazka hatte bereits im Bauausschuss gewarnt, die Kosten mit aller Macht drücken zu wollen: "Wir bauen für Jahrzehnte, die Funktionalität muss erhalten bleiben."

Im Bauausschuss hatte die CDU noch an der Seite von SPD und Grünen gegen den Kostendeckel gestimmt. Doch das stellt sich mittlerweile anders dar. CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Cramer positionierte sich in der Frage des Budgets von 9,3 Millionen Euro demonstrativ an der Seite des Koalitionspartners und verwies auf die Verpflichtung gegenüber den Bürgern, mit dem von diesen anvertrauten Geld sorgsam umzugehen.

Wichtig ist, und darin sind sich alle Fraktionen in der Biebertaler Kommunalpolitik einig: Es muss jetzt zügig vorangehen, um schon im April den Bauantrag zu stellen und noch vor Ende des Jahres mit dem Bau nahe der Großsporthalle Rodheim-Bieber zu beginnen. Denn wenn das nicht klappt, dann ist auch erst einmal die Landesförderung von 400 000 Euro wieder weg, die für die Feuerwehr bereitgestellt ist.

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