Daniel Schweizer
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Daniel Schweizer

Nach kurzer Vakanz wieder in festen Händen

  • vonVolker Mattern
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Biebertal(m). Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes der evangelischen Kirchengemeinde Fellingshausen, Peter Wagner, begrüßte die zahlreichen Gottesdienstbesucher. "Jetzt wird’s ernst", schmunzelte er. Dabei blickte er zur Hauptperson, Pfarrer Daniel Schweizer. Vor festlicher Kulisse wurde dieser vom Propst für Oberhessen, Matthias Schmidt, ordiniert. Bereits zum 1. Januar hatte der 31-Jährige seine erste Pfarrstelle für die beiden Kirchengemeinden Fellingshausen und Königsberg angetreten. Zu den Wegbegleiterinnen des jungen Mannes, der mit Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn im Pfarrhaus Wohnung bezogen hat, gehören seine Lehrpfarrerin Konstanze Buddruss und Pfarrerin Elisabeth Huhn, die ebenso am Gottesdienst teilnahmen wie die Amtsvorgänger Pfarrer i. R. Helmut Scholl, Pfarrerin Claudia Strunk und Pfarrer i. R. Horst Rockel. Auch die Biebertaler Kollegen zeigten ihre Verbundenheit. Die Zivilgemeinde vertraten Ortsvorsteher Dieter Synowzik (Fellingshausen) und Bürgermeisterin Patricia Ortmann.

Der Gesangverein "Liederfreund" Königsberg wirkte mit und der Chor "Allegro" aus Weilmünster, wo Schweizer sein dreijähriges Vikariat absolviert hatte. An der Orgel begleitete Bernd Wiesner den Gesang der Festgemeinde. Er freue sich, so der Propst, dass die beiden Kirchengemeinden nach nur kurzer Vakanz wieder in festen Händen seien. Die Vertretung hatte Pfarrerin Imogen Kasemir-Arnold übernommen. Dekan André Witte-Karp dankte ihr. Der Propst ging auf die Veränderungen des kirchlichen Zusammenlebens in Biebertal ein. Wichtige Entscheidungen seien bereits getroffen und zukunftsweisende Prozesse auf den Weg gebracht worden. Da habe es teilweise auch schmerzhafte Einschnitte gegeben.

Der Präses der Dekanatssynode Gießen, Gerhard Schulze-Velmede, verlas die Worte des Grundartikels der EKHN. Dem folgte die Ordinationsverpflichtung mit der Einsegnung und Überreichung der Urkunde durch Propst Schmidt. Mit einem kleinen, aber hörbaren Seufzer der Erleichterung begann der junge Pfarrer seine Predigt. Der erste Coronavirus-Fall Hessens in Wetzlar, wo er im Stadtteil Naunheim während seines Studiums lebte, habe ihn beschäftigt. Er habe sich "nackt" gefühlt, so wie Adam und Eva nach dem Sündenfall, hilflos und unvorbereitet.

Nun gewann die alttestamentarische Geschichte, die Schweizer zur Grundlage seiner Predigt machte, einen aktuellen Bezug. Der Baum des Lebens, von dessen Früchten zu essen Gott Adam und Eva verboten hatte, ist nicht in menschlicher Reichweite, sagte der Pfarrer. Den beiden gab Gott Felle, womit sie sich bedecken konnten. "In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden." Das Vertrauen auf diese neutestamentliche Zusage Jesu habe auch ihn auf seinem Lebensweg begleitet.

Im Anschluss fand im Petrushaus ein Empfang statt. Hier sang der Fellingshäuser Kirchenchor und zahlreiche Vertreter aus der Dorf- und Vereinsgemeinschaft gratulierten dem jungen Pfarrer. FOTO: M

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