Modernität und Flexibilität gefragt

  • vonKlaus Waldschmidt
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Biebertal(ws). "Wer die Attraktivität auf dem Land steigern will, muss für Mobilität sorgen, vor allen auch für Jugendliche", sagte Diplom-Ingenieur Jürgen Binning vom Bildungwerk für Kommunalpolitik Hessen während eines Vortrags beim Neujahrsempfang der Freien Wähler zum Thema: "Mobilität auf dem Lande - Perspektiven für die Zukunft". Für den Vorstand der Freien Wähler Biebertal hatte zuvor die zweite Vorsitzende Inge Mohr die rund 70 Teilnehmer willkommen geheißen.

"Die Hälfte der Menschen in Deutschland leben im ländlichen Raum. Es gilt, gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu schaffen. Digitalisierung, Breitband und Vernetzung sind Voraussetzung für Mobilität", so Binning. In Biebertal gebe es ein Klimaschutzkonzept, und die Klimaziele bis 2030 seien dokumentiert. ÖPNV, Carsharing, Fahrgemeinschaften, ein Bürgerbus seien vorhanden, und das Radwegenetz werde weiter ausgebaut. Öffentliches WLAN sei in den Bürgerhäusern vorhanden.

"Digitalisierung und Vernetzung verbessern die Mobilität. Die Mobilitätsvielfalt könne auf privater Basis, auch durch einen digitalen Dorf-Funk, etwa per WhatsApp, bei dem Fahrtziele einzelner Personen vernetzt werden, verbessert werden.

Mit "Mobilität-On-Demand" könnten Busse flexibel und bedarfsgerecht eingesetzt werden. Plattformen böten hier Mitfahrbörsen oder auch die Verkehrsverbünde.

E-Bikes gewinnen an Bedeutung", erläuterte Binning weiter. Durch die Koordination über die Plattformen der Verkehrsverbünde könnten Fahrer gefunden, der Anruf-Sammel-Taxi (AST)-Verkehr gesteuert oder auch Autos bei Bedarf vorbeigeschickt werden. "Leider können viele die 365-Euro-Jahrestickets für den öffentlichen Nahverkehr nicht nutzen, weil es keine Verbindungen im ländlichen Bereich gibt. Wichtig ist auch der Lückenschluss zu vielen Menschen, die allein unterwegs sind und Fahrgemeinschaften anbieten könnten."

Öffentliche Ladestationen seien wichtig. Binning zeigte dazu auch ein Rechenbeispiel. "Ein Elektrofahrzeug wird gut, wenn der Strom grün ist", so der Referent. Allerdings seien die ökologischen Umstände für die Herstellung und die Entsorgung der großen Autobatterien noch nicht optimal und müssten verbessert werden. Der Verbrennungsmotor sei ein Auslaufmodell.

In der Diskussion wurde deutlich, dass sich die persönliche Einstellung bei der Mobilität ändern muss, damit die Klimaziele erreicht werden können.

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