Blick in das Minimuseum des Personenwagens auf dem Bieberlies-Erinnerungsareal bei Hof Schmitte in Rodheim. FOTO: WS
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Blick in das Minimuseum des Personenwagens auf dem Bieberlies-Erinnerungsareal bei Hof Schmitte in Rodheim. FOTO: WS

Minimuseum im Bieberlies-Wagen

  • vonKlaus Waldschmidt
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Biebertal(ws). Mit der Kurztheaterszene "Ein Besuch bei Emily von Fritsch" versetzten die Gießener Stadtführer Peter Meilinger als Bieberlies-Schaffner und Dr. Jutta Failing als Ärztin Dr. Gloria van Tassel die Besucher in das Jahr 1916. Auf der Eingangsplattform des Personenwagens entspann sich ein Zwiegespräch, das in vergangene Zeiten entführte. Es war Teil des Programms zum Tag des Denkmals auf dem Bieberlies-Erinnerungsareal.

"Schon beim Rückbau des Gleises 2016 war klar, dass zur Vervollständigung des Areals auch ein Wagen aufs Gleis gehört", erläuterte der Vorsitzende des Heimatvereins Rodheim-Bieber, Helmut Failing. Der Heimatverein hat fast vier Jahre nach einem Wagen gesucht und ist schließlich fündig geworden, seit Mai steht er auf dem Gleis.

Info-Tafeln und eine Kohlenschaufel

Der Personenwagen, Baujahr 1905, erworben von der Furka-Dampfbahn in der Schweiz, wurde von zahlreichen Bieberlies-Freunden renoviert und mit einem neuen Außenanstrich in moosgrün versehen. Im Innenraum des Wagens ist ein "Minimuseum der Biebertalbahn" mit acht Info-Tafeln, einer Liste der Beschäftigten der Biebertalbahn, die noch Lücken aufweist, und einigen Exponaten, darunter die letzte Kohlenschaufel, entstanden. Dieses Minimuseum wird aber nur an besonderen Tagen und auf Voranmeldung geöffnet sein.

Wegen der Vandalismusgefahr bat Failing alle, ein Auge auf den Wagen zu haben. Er bedauerte, das heute nur noch die Lok 60 der Biebertalbahn in Plettenberg beim Museums-eisenbahnverein fährt.

Die Gesamtkosten der Renovierung werden etwa 33 000 Euro betragen, davon werden 19 800 Euro durch Spenden finanziert. Geld von der Gemeinde floss nicht. Sie unterstützte mit Sachleistungen und Bauhof. "Mit dem Bieberlies-Areal ist ein Glanzstück gelungen, ein Stück Heimatgeschichte zum Anfassen. Ein tolles Projekt wurde mit toller Leistung realisiert", sagte Bürgermeisterin Patricia Ortmann.

Edgar Niebergall drehte für den Film "Gießen um 1907" symbolisch am Wagen einige Szenen. Der Filmerlös soll dem Hospiz im Palliativ Pro Gießen zugutekommen. Auch Drehorgelspieler Helmut Scharnagel bereicherte das Programm. Unter strengen Hygienebedingungen konnten die Besucher den Wagen den ganzen Tag besichtigen.

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