Männer der ersten Stunde

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Biebertal (ws). Zur Eröffnung der nunmehr 70. Ausstellung lädt der Heimatverein Rodheim-Bieber am Sonntag, 8. September, um 17 Uhr in das Rodheimer Heimatmuseum herzlich ein. Die Präsentation widmet sich der 100-jährigen Geschichte der SPD Rodheim-Bieber. Die Ausstellung ist bis zum 29. Dezember jeweils sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs, zeitgleich mit dem Entstehen der Weimarer Republik, fanden sich in Rodheim Bürger, die am 6. Januar 1919 einen Ortsverein gründeten. Die Männer der ersten Stunde haben die Werte der Sozialdemokratie, die Verpflichtung zu Freiheit, Gleichheit und Solidarität, in den folgenden wirtschaftlich und politisch so schwierigen Jahren vertreten. Denn auch im heimischen Raum gewann die NSDAP an Zustimmung. Zu den Menschen, die dennoch wenigstens passiven Widerstand leisteten, gehörten auch SPD-Mitglieder aus Rodheim-Bieber und Mitglieder aus deren Jugendorganisation SAJ (Sozialistische Arbeiterjugend). Zu den Gründungsmitgliedern der SAJ in Bieber, die vor der Errichtung der Nazidiktatur etwa 20 Mitglieder hatte, gehörten unter anderem Ottilie Bender und Rudi Dönges. Viele der Mitglieder trafen sich auch mit ihrem Bieberer Lehrer Gunkel, der ihnen Informationen über politische und geschichtliche Ereignisse gab. Dieser wurde wegen seiner politischen Gesinnung zu Beginn der Nazidiktatur für einige Tage in Schutzhaft genommen.

Widerstand mit Gefahren verbunden

Vor 1933 wurde versucht, gegen den aufkommenden Nationalsozialismus Widerstand zu leisten. Nach der Machtergreifung Hitlers und dem Verbot der demokratischen Parteien und der freien Gewerkschaften war Widerstand und Sabotage nur noch schwerlich möglich. Die immer größer werdende Bedrohung durch Hausdurchsuchungen und Verhaftungen sowie die Gefahr einer Deportation ins KZ machten Aktionen gegen die Nazidiktatur zu gefährlich, wie dies in Benders Ausspruch "Mit einem Bein standen wir immer im KZ" eindrucksvoll und treffend wiedergegeben wird.

Nach dem Ende des Krieges und der Nazi-diktatur waren es maßgeblich SPD-Mitglieder, die das politische Leben zunächst in Rodheim-Bieber und später in Biebertal mitprägten. So stellten die Genossen mehrere Bürgermeister die viele Projekte initiierten und umsetzten, die auch heute noch Grundlage der Infrastruktur Biebertals sind. Dies alles wird in der Ausstellung mit Texten und Fotos dargestellt. Dazu werden Wahlplakate aus dem vergangenen Jahrhundert gezeigt.

Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung stellt der Heimatverein Rodheim-Bieber seinen Heimatkalender für das Jahr 2020 vor. Diesmal unter dem Titel "Mühlenrauschen am Bieberbach", kreiert - wie in den letzten Jahren - von Ulrike Haus. Der Kalender kann direkt nach der Vorstellung für 12 Euro pro Stück erworben werden.

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