Ekkehard Löw neben einem Schmuckstück des Museums, einem alten gusseisernen Ofen. FOTO: MO
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Ekkehard Löw neben einem Schmuckstück des Museums, einem alten gusseisernen Ofen. FOTO: MO

Lohnenswerte Zeitreise

  • vonKlaus Moos
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Biebertal(mo). Das Heimatmuseum in der Kirchstraße 26 im Ortsteil Frankenbach besteht seit 25 Jahren. Es nimmt Besucher mit auf eine Zeitreise, sie können bäuerliche Arbeits- und Lebensweisen sowie auch die ländliche Geschichte von Frankenbach erleben. Der Heimat- und Geschichtsverein, der mit seinem Vorsitzenden Ekkehard Löw und einem regen Vorstand das Museum betreut, wurde 1986 gegründet und zeigt sich für das der Gemeinde gehörende Gebäude verantwortlich.

Laut Löw war es fünf Minuten vor zwölf, als vor rund 25 und mehr Jahren die heute 93-jährige Alma Hardt in Frankenbach von Haus zu Haus zog und Ausschau hielt nach alten charakteristischen Gegenständen. Sie hatte Erfolg. Gerne gaben ihr die Frankenbacher alte Werkzeuge, Küchen-, Garten- und Feldarbeitsgeräte weiter.

Vorsitzender bietet Führungen an

Zunächst wurden die alten Schätze im ehemaligen Sitzungszimmer des Backhauses eingelagert. Doch wurde es hier schnell zu eng. Als die alte Schule, Baujahr 1846 am Brunnenplatz durch die Gemeinde verkauft werden sollte, starteten die Verantwortlichen des Vereins eine Unterschriften-Aktion. Das Haus wurde nicht verkauft, sondern dem Heimat- und Geschichtsverein zur Verfügung gestellt. Hier wurde dann auch viel Geld des Vereins investiert und viel Eigenarbeit eingebracht.

Im Flyer des Museums ist zu lesen: "Ein Besuch, der sich lohnt". Das kann man gut nachvollziehen. In den kleinen Stuben und Kammern und der Küche werden die beengten Wohnverhältnisse früherer Zeit dargestellt. Beim Rundgang durchs Haus stößt man auf Schränke mit wunderschönem alten Tafelservice. Wie bequem waren die Betten früher wirklich?, fragt man sich im Schlafzimmer und versucht sich vorzustellen, wie das Arbeiten mit den alten Haushaltsgeräten wohl möglich war. Es gibt Einblicke in den Schulalltag, die Zigarrenproduktion der einst blühenden heimischen Tabakindustrie und in das landwirtschaftliche Leben, früher die Hauptbeschäftigung der Menschen zum Broterwerb. Mut machen sollten die bestickten Wandbehänge mit Aussagen wie: "Wenn der Morgen graut, fröhlich aufgeschaut".

Ekkehard Löw findet es schon schade, dass wenig Besucher in das Museum kommen, ausgenommen, wenn auf dem benachbarten Brunnenplatz eine Feier ansteht, wovon auch das Museum profitiert. Gerne ist der Vorsitzende bereit, nach telefonischer Rücksprache unter 0 64 09/8 08 08 48 einen Besuchstermin zu vereinbaren.

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