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Friedel Winter bereitet den elften Fellingshäuser Krippenweg vor. Foto: m

Lohn sind leuchtende Augen

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Biebertal(m). Nach dem Frühstück wird der Rucksack gepackt. Dort hinein kommen die Werkzeuge und andere Utensilien, die Friedel Winter benötigt. Dann macht er sich auf den Weg von der Grohbach in den Dünsbergwald. Rucksack, Anorak, Schuhe und Hose - alles ist etwas dreckig und sieht leicht mitgenommen aus. Kein Wunder, denn das Material wird seit Wochen stark strapaziert. Das Äußere spielt aber im Moment keine Rolle bei dem, was der Krippenvater vorbereitet: Den elften Fellingshäuser Krippenweg. "Ein Bauarbeiter mauert auch nicht im guten Zwirn und Schlips", scherzt er.

Schäden durch Waldarbeiten

Vor vielen Wochen bereits begann er mit den Vorbereitungen. Immer zu Fuß, bei Wind und Wetter, tagein tagaus, ist der Dünsbergwald wieder sein zweites Zuhause. Im gegenüberliegenden Gießener Wald hatte er sich bereits 50 neue Wurzelstöcke zusammengesucht. Klaus Dexheimer von der Bürgerkommune unterstützte ihn beim Transport zum Krippenweg mit seinem Traktor. Zwei Anhänger voll Rohmaterial waren das. Die Wurzeln sind der Grundstock für eine Anzahl von Krippen, die einen neuen Rekord darstellen. 71 Stück werden zu sehen sein. Davon 53 Umbauten und 17 Standorte mit nur jeweils einer Laterne, die quasi eine Art Platzhalter darstellen.

Leider lief die Sache nämlich nicht ganz rund, denn dem durch die anhaltende Trockenheit der beiden letzten Jahr krank gewordenen Wald musste auch der Krippenvater Tribut zollen. Indirekt zumindest, denn bei Waldarbeiten von Hessen Forst gab es Schäden an einigen Krippenstandorten. Es fand ein Ortstermin mit Försterin Ulrike Henrich, Bürgermeisterin Patricia Ortmann, Ortsvorsteher Dieter Synowzik und Helmut Mattig statt. Ulrike Henrich bedauerte die Vorfälle, doch es sei auch für die Waldarbeiter nicht einfach, bei den schwierigen Bedingungen ihr Soll zu erfüllen. Verständnis von jeder Seite für die Situation des jeweils anderen führte zu einem Einvernehmen. Das Wichtigste hierbei: Der Krippenweg kann mit seinen zwei Kilometern als Rundweg erhalten bleiben, nachdem Hessen Forst und die Kommune jenen Teil des Weges, der durch die Waldarbeiten in der Sandkaute am meisten gelitten hatte, wieder präparierten und begehbar machten.

Über dieses Entgegenkommen hat sich der Krippenvater sehr gefreut und bedankte sich für die Unterstützung. 250 Wurzelstöcke hat er inzwischen verbaut und so gestaltet, dass die Feinarbeiten der Dekoration nun durch die Krippenpaten vorangehen können. Die Resonanz ist überwältigend: 41 Paten haben sich gemeldet. Einige wenige sind schon seit Jahren dabei und für den Krippenvater eine wertvolle Unterstützung beim Umbau einiger Krippenstandorte. Durch die Paten ist wieder Vielfalt garantiert und Friedel Winter freut sich besonders auf die leuchtenden Kinderaugen. Die entschädigen für die mühselige Arbeit, sagt er. Das Motto des Krippenweges "Die Zukunft sind unsere Kinder". Kein leerer Spruch für ihn. Beim Getränkestand am Waldsportplatz wird eine Spendenbox aufgestellt, und der Erlös soll Einrichtungen im Ort, die mit Kindern zu tun haben, zugutekommen. Winter sucht zudem Krippenfiguren oder ganze Krippen, die vielleicht irgendwo ungenutzt auf einem Speicher oder in einem Keller ein tristes Dasein fristen und denen beim Krippenweg zu neuem Glanz verholfen werden kann. Abzugeben in gute Hände beim Krippenvater, die Grohbach 8, Fellingshausen (Tel. 0 64 09/8 08 85 80, oder Mobil: 01 51/40 06 01 13).

Am Samstag, 14 Dezember, ist um 14 Uhr Eröffnung am Waldsportplatz. Dort ist auch der Getränkestand, der bis zum 12. Januar an allen Samstagen, Sonntagen und Feiertagen geöffnet hat. Winter wird von der Altburschenschaft "Vier Jahreszeiten" unterstützt. Am 6. Januar findet um 17.30 am Waldsportplatz wieder der Fackelzug statt. Nach dem Krippenweg hat der Krippenvater etwas Ruhe, um dann in einer Art Metamorphose zum Osterhasen zu werden. Der Krippenweg wird am Ostermontag zum Ostereiersuchweg.

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