Die Besitzer des Bauernhausmuseums, Michael Kraft und Gabriele Freyer, Dr. Rainer Haus und Bürgermeisterin Patricia Ortmann (v. l.) mit Reinhard Schneider (3. v. r.) und den Heimatvereinsvorsitzenden Helmut Failing. FOTO: WS
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Die Besitzer des Bauernhausmuseums, Michael Kraft und Gabriele Freyer, Dr. Rainer Haus und Bürgermeisterin Patricia Ortmann (v. l.) mit Reinhard Schneider (3. v. r.) und den Heimatvereinsvorsitzenden Helmut Failing. FOTO: WS

Die letzte Kohlenschaufel

  • vonKlaus Waldschmidt
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Biebertal(ws). Auf dem Hof des Bauernhaus-Museums von Gabriele Freyer und Michael Kraft auf Hof Haina übergab jetzt deren Onkel Reinhard Schneider die letzte Kohlenschaufel der Bieberlies an den Vorsitzenden des Heimatvereins Rodheim-Bieber, Helmut Failing.

"Ich habe die Schaufel vor etwa 45 Jahren erhalten", sagte er. Seither war sie im "Schneider-Keller" am Abendstern ausgestellt. Zur offiziellen Einweihung des neuen Personenwagens auf dem Bieberlies-Areal bei Hof Schmitte übergab er sie nun an den Heimatverein.

Ein kleines Metallschild mit der Aufschrift "Letzte Kohlenschaufel der Bieberlies - Biebertalbahn Bieber-Gießen fuhr 1899 bis 1963" ist auf dem Griff, der von einer sechser Rundeisen durchzogen ist, angebracht. Reinhard Schneider ist Zeitzeuge der Bieberlies. Er wohnte unweit des Heuchel-heimer Bahnhofs, sah noch den Heizer auf der Bieberlies Kohle schippen und fuhr selbst mit der Biebertalbahn einige Jahre nach Gießen zur Schule. Zur Übergabe des Museumsstücks waren auch der Biebertaler Montan- und Biebertalbahn-Experte Dr. Rainer Haus und Bürgermeisterin Patricia Ortmann gekommen. Sie freuten sich, dass nun ein Original-Exponat den Ausstellungsraum im Personenwagen bereichert. Gabriele Freyer und Michael Kraft hatten eine Bergmännische Tracht, eine Bergmannslampe und einen "Lichterfrosch" (Bergmannslampe, die froschähnlich aussieht) mitgebracht, da die Biebertalbahn Erz transportierte.

Während der Übergabe wurden auch Erinnerungen an alte Bieberlies-Zeiten ausgetauscht. Reinhard Schneider erinnerte an das Hinweisschild in den Personenwagen "Zur Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege wird dringend ersucht, nicht in den Wagen spucken" - lange, bevor jemand etwas von Corona auch nur geahnt hat. Zudem berichtete er über ungewöhnliche Pannnehilfe: Wenn die Bieberlies aus dem Gleis gesprungen war, wurde sie mit Holzwinden wieder zurückbefördert.

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