Jugend mitdenken

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Biebertal/Wettenberg(so). "Es braucht neue Wege und Formnen, um Jugendliche zu erreichen und anzusprechen", weiß Ingrid Macht. Die Leiterin der Jugendförderung beim Landkreis Gießen ist aber sicher, dass dies gelingen kann. Denn überall, so ihre Erfahrung, gibt es junge Menschen, die sagen: Es interessiert uns und wir gestalten den Ort mit, in dem wir leben.

Macht sieht nach wie vor ein sehr hohes Interesse von Jugendlichen an Poltik. Vielleicht nicht zwingend Parteipolitik. Und nicht zuvörderst Politik auf kommunaler Ebene. Aber dieses könne geweckt werden.

Macht ist derzeit in den Kommunen des Landkreises Gießen unterwegs und wirbt für das Programm "Jugendpolitik für die guten Orte von morgen". Damit will der Landkreis Gießen Aktivitäten vor Ort initiieren und vorhandene flankieren. Zu Wochenbeginn stellte sie das Konzept im Sozialausschuss der Gemeinde Biebertal vor. Gestern Abend wurde das Thema "Jugendgerechte Städte und Gemeinden" auf Antrag der Freien Wähler in der Wettenberger Gemeindevertretung aufgerufen. Auch Langgöns, Linden, Lich, Staufenberg, Buseck und Lollar haben sich auf den Weg begeben und suchen den Dialog mit der Jugendförderung.

In den vergangenen Jahren lag in vielen Städten und Gemeinden der Fokus vor allem auf guten Strukturen für Kita- und Grundschulkinder, weiß die Teamleiterin der Jugendförderung im Kreis. Die Gruppe der 10- bis 17-Jährigen blieb da eher etwas unterbelichtet. Dabei, so sagt Macht, seien die jungen Leute gerade in dieser Lebensphase dabei, ihre Position und Rolle in der Gesellschaft zu definieren und zu finden.

Begriff Heimat positiv besetzen

In diesem Kontext wirbt Ingrid Macht dafür, den Begriff der Heimat positiv zu besetzen; mit der Idee, junge Leute in einer Gemeinde zu binden und zu halten.

Nicht zuletzt ist zu bedenken: Beteiligung ist als kommunale Aufgabe in der Hessischen Gemeindeordnung festgeschrieben.

Da bietet sich eine Reihe von Feldern an: Das Spektrum reicht von Kreativprojekten zur Ortsgestaltung über das Bilden von Jugendbeiräten bis hin zu Befragungen und Zusammenarbeit mit Schulen. Weitere Idee ist das Benennen von Jugendbeauftragten als Fürsprecher für Themen und Anliegen von Jugendlichen. Solche Beauftragten arbeiten beispielsweise seit vielen Jahren mit Erfolg in Bayern in rund 2000 Dörfern und Gemeinden. Sie tragen dafür Sorge, dass in politischen Gremien bei Planungen und Entscheidungen Belange von jungen Menschen mitbedacht werden. Solche Jugendbeauftragten werden von den kommunalen Gremien benannt.

"Das kann auch hier gut funktionieren", sagt Andreas Geck. Der Jugendpfleger von Buseck hat in Norbert Weigelt etwa seinen solchen Beauftragten.

In Buseck gibt es zudem seit 21 Jahren einen gut arbeitenden Jugendbeirat, legt Geck dar. Seine Erfahrung: "Gelingende Jugendarbeit ist ein Standortfaktor für eine Gemeinde. Denn dort, wo junge Menschen verwurzelt sind und mitgestalten, da sehen sie für sich eine persönliche Zukunft. Dort möchten sie bleiben oder nach Ausbildung oder Studium zurückkehren.

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