Pfarrer Günter Schäfer war gerne in seinen beiden Dörfern tätig. Mitte August hört er auf. FOTO: WS
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Pfarrer Günter Schäfer war gerne in seinen beiden Dörfern tätig. Mitte August hört er auf. FOTO: WS

"Ich gehe mit großer Wehmut"

  • vonKlaus Waldschmidt
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Biebertal(ws). "Es waren erfüllte Jahre." So bilanziert Pfarrer Günter Schäfer seine Arbeit im Kirchspiel Krumbach und Frankenbach. Er habe versucht, sich "mit aller Kraft" für die beiden evangelischen Kirchengemeinden einzusetzen, nicht nur im kirchlichen, sondern auch im Vereinsbereich sowie in der dörflichen Gemeinschaft. Mitte August hält Schäfer seinen letzten Gottesdienst, bevor er die Gemeinden verlässt und sich einer neuen Aufgabe zuwendet.

Schäfer - Jahrgang 1958 - wurde 1987 durch Propst Helmut Grün ordiniert. Er ist seit 33 Jahren Seelsorger der Gemeinden am Fuße des Dünsbergs. Dass ein Pfarrer 33 Jahre in einem Kirchspiel tätig ist, sei eine Seltenheit. "Ich fühle mich den Dörfern verbunden und hatte den Eindruck, dass es gepasst hat", sagt Schäfer. Zusammen mit seiner Frau Ingrid sei er sehr gerne dort gewesen.

Stolz auf Ehrenamtliche

In seine Amtszeit fallen die Sanierung der Gemeindehäuser in Krumbach (1994) und Frankenbach (2013/14), die Aktion "Damit die Glocken wieder läuten" (2008) zur Sanierung der Kirche in Frankenbach, die Renovierung des Krumbacher Gotteshauses (2012) sowie die Mauersanierung in Krumbach und die Pfarrhausrenovierung.

Herausragend war für Schäfer die 750-Jahr-Feier im Jahr 2013 in Krumbach. Auch die Dorffeste mit Gottesdiensten fanden Anklang, Freizeiten in Südtirol ebenso. Kindernachmittage sowie die Jugend- und Konfirmandenarbeit waren wichtiger Bestandteil der Gemeindearbeit, ebenfalls die Arbeit der Frauenhilfen.

Stolz ist Schäfer auf die seit über 25 Jahren von Ehrenamtlichen engagiert geleiteten Kirchencafés. "Ich verlasse die beiden Gemeinden mit großer Wehmut und mit etwas Sorge um die Zukunft der Gemeinden und der Kirche", sagte Schäfer. Der Rückgang der Gemeindeglieder zeige sich im Gottesdienstbesuch. "Man kann nicht mehr alles anbieten, und Ehrenamtliche sind schwer zu gewinnen", erklärt Schäfer.

"Wichtig ist, dass die Kirche nicht nur Worte, sondern auch Taten zeigt, die Arbeit der Gemeindeschwestern der Diakoniestation unterstützt und die Arbeit auf solide finanzielle Füße stellt", erläutert Schäfer, der seit 1998 Vorstandsvorsitzender der Diakoniestation ist. 1998 habe man mit 3,5 Stellen angefangen, heute seien es 35 Mitarbeiter, "die die vielfältige und segensreiche Arbeit leisten".

Der "Kooperationsraum Biebertal" wird für die Kirchen-gemeinden viele Neuerungen bringen, auch Veränderungen bei den Gottesdienstzeiten und deren Anzahl. In Biebertal fällt eine halbe Pfarrstelle weg, die Arbeit muss neu organisiert werden, erläutert der scheidende Pfarrer. Sein Weggang bringe einen großen Einschnitt, aber auch eine große Chance der Mitgestaltung in den Kirchenvorständen.

Dekan ist Ansprechpartner

Ab dem 1. Oktober wird Pfarrerin Imogen Kasemir-Arnold die Vertretung in Krumbach und Frankenbach übernehmen. Bis dahin ist Dekan André Witte-Karp Ansprechpartner für die Kirchenvorstände.

Seinen letzten Gottesdienst wird Pfarrer Günter Schäfer am 16. August im Kirchspiel halten. Danach wird er ab dem 15. September bis zu seinem Ruhestand dem Propst für Oberhessen als sogenannter Springer zur Vertretung in Gemeinden zugeordnet.

Da coronabedingt seine Verabschiedung, die für den 16. August geplant war, nicht möglich ist, soll sie 2021 zusammen mit seiner Entpflichtung vom Dienst nachgeholt werden. Auch nach seinem Weggang wird Schäfer weiter in der Fortbildung tätig sein, der Kirchensynode angehören, im synodalen Bauausschuss mitarbeiten und die Steuerungsgruppe "Alter Dom St. Johannis" in Mainz leiten.

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