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Ein fröhlicher und unbeschwerter Moment: Vorschulkinder in der Schule in Nkwenda spielen mit Luftballons.

Hoffnungszeichen für 160 Kinder

  • vonKlaus Moos
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Biebertal (mo). Den Armutskreislauf durchbrechen - für die meisten Menschen in Tansania ist das in Zeiten von Corona kaum zu bewältigen. Da ist Hilfe aus dem Gießener Land besonders wichtig und willkommen. In Nkwenda, einem Dorf im Westen des ostafrikanischen Landes unweit der Grenze zu Ruanda, wird ein Schulbildungsprojekt unterstützt: »Gemeinsam handeln« - dieser Leitspruch ist Christen aus Biebertal und anderen Gemeinden, etwa aus der Kirchengemeinde Kinzenbach, im Blick auf jene Schule in rund 9800 Kilometern Entfernung ein Herzensanliegen.

Schwester Hildegard Platt aus Rodheim, die jahrelang in Nkwenda gelebt und gearbeitet hat, steht in engem Kontakt mit der Schule. Dieser Tage erhielt sie neue Infos: einen Brief von der Schulleiterin, Schwester Florence Gatege.

Die Coronapandemie hat vor einem Jahr auch Tansania erreicht. Über Infektionszahlen ist dort kaum etwas bekannt. Medien und Krankenhäuser dürfen keine Daten veröffentlichen. Die intransparente Situation verstärkt Angst und Unsicherheit. Eine der Präventionsmaßnahmen bestand in der mehrmonatigen Schließung aller Schulen und Ausbildungsstätten. Das bedeutete auch unbezahlten Zwangsurlaub für Lehrer und Mitarbeiter. Unter strengen Infektionsschutzauflagen wurde der Schulbetrieb in Nkwenda wieder aufgenommen.

Zur Zeit besuchen über 160 Kinder die Schule. Dankbar ist die Schulleitung allen Rodheimern und weiteren Spendern für die Bereitstellung der finanziellen Mittel für Masken, Desinfektionsmittel, Seife und Ähnlichem sowie einen Notlagefonds für Mitarbeiter und Lehrer, die über keine finanzielle Absicherung verfügen.

Inzwischen wurde auch die Wasserversorgung in der Einrichtung ergänzt. Eine Brunnenbohrung war erfolgreich, eine mit Solarstrom betriebene Pumpe für die Wasserförderung aus dem Brunnen ist installiert. »Nun haben wir keine Wassersorgen mehr«, schrieb die Schulleiterin.

Immer wieder neue Herausforderungen

Über viele Jahre arbeitete Hildegard Platt im Auftrag der Vereinten evangelischen Mission Wuppertal in Nkwenda. Dort wurde 1993 ein Begegnungs- und Ausbildungszentrum für Gemeindediakoninnen in der Karagwe-Diözese nordwestlich des Viktoriasees eingerichtet. Platt war dort an der Diakonieschule in der Ausbildung junger Gemeindehelferinnen tätig. Heute weiß sie sich daheim in Rodheim von einem Arbeitskreis aus dem Dekanat Biedenkopf-Gladenbach unterstützt.

Neben der Vorbereitung junger Frauen für eine kirchliche Gemeindearbeit gehört besonders die Förderung von Kindern im Kindergarten und in der siebenjährigen Grundschule zum Aufgabenbereich der Lehrer, Mitarbeiter und Schwestern in der Diakonieschule. Eine der Schwestern, Esther Kahisi, hatte sogar innerhalb einiger Monate Praxiswissen in der Rodheimer Kita erworben.

Jahrelang haben Biebertaler den Aufbau der Einrichtung unterstützt und damit die Voraussetzung für diese Bildungsarbeit geschaffen. Trotz einer guten Organisations- und Infrastruktur der Schule - Bereitstellung aller notwendigen Gebäude und Einrichtungen - gilt es immer wieder, mit unvorhergesehenen Herausforderungen umzugehen.

»Um das Erreichte in Grundschule, Kindergarten und Diakonie-Schule zu erhalten, ist weiterhin unser Engagement erforderlich und herzlich erbeten,« so Hildegard Platt. Sie dankt allen, die bisher diese Bildungsarbeit in Nkwenda/Tansania unterstützt haben: »Gemeinsam handeln, dazu sind wir auch für die kommende Zeit eingeladen.«

Auch Biebertaler und Mitglieder des Freundeskreises waren schon in Tansania und konnten dort diese Bildungsarbeit unterstützen. 1971 besuchten drei Christen aus Tansania Biebertal und begeisterten mit einem Trommelkonzert in der Evangelischen Kirche in Rodheim ihre Zuhörer.

Wer helfen möchte, Hoffnung zu verbreiten, kann das Spendenkonto der Evangelischen Kirchengemeinde Rodheim/Vetzberg nutzen (IBAN DE49 5136 1021 0004 8710 06, Zweck: »Spende Schulprojekt Nkwenda/Tansania«).

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