Heiße Spur nach Durchsuchung

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Biebertal/Gießen(con). Am Dienstag startete nach anfänglichen Schwierigkeiten der nächste Verfahrenstag im Prozess gegen fünf Angeklagte (drei Männer und zwei Frauen) aus Biebertal und der Wetterau wegen bandenmäßigen Drogenhandels und Geldwäsche im großen Stil. Dabei rückte nun die Arbeit der Ermittler in den Fokus. So wurde die Frage geklärt, wie die Polizei auf die Aktivitäten der Bande aufmerksam wurde.

Auf sie Spur gekommen waren die Ermittler der Bande durch einen anderen Fall aus Münzenberg: Im Mai 2017 wurde im Rahmen einer Hausdurchsuchung in einer Scheune eine Cannabis-Plantage gefunden: In einer Hofreite fanden die Polizeibeamten damals eine 75 Quadratmeter große Plantage sowie Anbaumaterialien und hochwertige Ausstattung. Dabei wurden auch Drogen im Wert von mehreren Zehntausend Euro sichergestellt - Marihuana, Haschisch und Amphetamine.

Im Zuge der Spurensicherung in diesem Fall konnten Fingerabdrücke des Angeklagten S. - dem vermeintlichen Kopf der Bande - sichergestellt werden. "Das alleine hätte aber nicht ausgereicht", berichtete der ermittlungsführende Polizeibeamte. Deshalb wurden weitere Ermittlungen gegen den Biebertaler S. aufgenommen, darunter Observationen und Telefonüberwachungen. Schon zu diesem Zeitpunkt war er bei der Polizei kein Unbekannter: Häufig sei in Bezug auf S. bei den Ermittlungen die Bezeichnung "Kopf einer international agierenden Rauschgiftbande" gefallen, berichtete der Polizist im Zeugenstand.

Zwei Jahre Überwachung

Von September 2017 bis November 2019 liefen die Überwachungsmaßnahmen, dabei wurden alleine zehn bis 15 Telefonanschlüsse mit S. in Verbindung gebracht - darunter niederländische und spanische Nummern und Anschlüsse, die über Alias-Daten angemeldet wurden. Durch Observationen wurde festgestellt, dass es tatsächlich S. war, der zu den gegebenen Zeiten an den entsprechenden Orten telefonierte. Dabei kam es zu Kontakten mit einem 2018 in der Justizvollzugsanstalt Kassel verstorbenen Mann aus Hattenrod, der ebenfalls in Drogengeschäfte involviert war.

Durch die Telefonüberwachung kam die Polizei auch auf die Spur des Biebertalers K., einem der vier Mitangeklagten: Zwar war er auch früher schon Thema bei Telefonaten von S. sowie seinen Gesprächspartnern, aber erst im Januar 2019 rückte er in den Fokus der Polizei und der Überwachungsmaßnahmen.

Am 11. November 2019 waren schließlich ausreichend Beweismittel gesammelt, es klickten die Handschellen bei den fünf Angeklagten. Damit endete der Bericht des Polizeibeamten, der in den kommenden Wochen und Monaten noch mehrfach auch zu den anderen Vorgängen angehört werden soll.

Der Prozess wird fortgesetzt - unter anderem werden Einlassungen der beiden weiblichen Angeklagten und von K. erwartet.

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