Heimatverein kauft historisches Foto

  • vonKlaus Waldschmidt
    schließen

Biebertal (ws). Gerade in Pandemiezeiten ist der Parkplatz »Obermühle« an der Landesstraße 3474 zwischen Bieber und Königsberg ein viel genutzter Ausgangsort für Wanderungen und Walking-Touren im Dünsbergsgrund oder hinauf zum Dünsberggipfel. Namensgeber des Parkplatzes ist ein auf der anderen Straßenseite liegendes Gebäude, dessen kulturhistorische Bedeutung manchem Parkplatzbesucher nicht bekannt sein dürfte.

Die Hinweistafel am Fuße des Dünsbergs unweit der Obermühle Richtung Dünsbergsgrund erinnert auch an Johann Georg Wille.

Eine von zwölf Mühlen

Der Heimatverein Rodheim-Bieber hat im dreizehnten Heft seiner Nachrichten (Dezember 2003, Autor Jürgen Steinmüller) unter der Überschrift »Mühlen des Biebertals: Die Obermühle« die Geschichte dieser Mühle ausführlich dargestellt. Die Obermühle war die oberste der zwölf über längere Zeit am Bieberbach betriebenen Mühlen im Bereich der Gemeinde Biebertal. Hier wurde 1715 Johann Georg Wille geboren, der ab 1736 in Paris als königlicher Kupferstecher tätig war und dort 1808 verstarb (Quelle: Wikipedia).

Das jetzige Mühlengebäude wurde Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet und weist mit einer Gedenktafel auf Wille hin. In dem nahegelegenen Bauernhausmuseum Hof Haina ist eine Stube dem Andenken dieses außergewöhnlichen Künstlers gewidmet.

Der Betrieb der Obermühle wurde 1960 eingestellt, das Mühlrad an die bei Kirchvers liegende Kreuzmühle verkauft. Heute ist die Obermühle ein moderner landwirtschaftlicher Betrieb mit einem Schwerpunkt in der Forstwirtschaft mit Holzrückarbeiten.

Ein jetzt in einem Internet-Auktionshaus vom Heimatverein erworbenes Foto zeigt die Obermühle im Jahr 1958. Das Mühlrad ist noch vorhanden und in Betrieb, die auf Georg Wille hinweisende Tafel ist an der Vorderseite des Gebäudes erkennbar.

Ferner zeigt das Bild, dass die L3474 noch direkt an der Obermühle vorbeiführte, bevor sie 1968 deutlich auf die heutige Trasse verlegt und ein Damm zum Schutz des Biebertaler Trinkwasserbrunnens angelegt wurde. Auch der ehemalige Mühlgraben ist noch erkennbar. Zudem ist noch ein größer Steintrog mit der Jahreszahl 1793 vorhanden, der als Tränke für die Zugtiere früher aus dem Mühlgraben gespeist wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare