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Friedhöfe auf dem Prüfstand

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Von: Rüdiger Soßdorf

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Biebertal (so). Urnenrasengrab, Urnenreihengrab, Erdbestattung, Baumbestattung - die Bestattungskultur ist vielgestaltig geworden und damit auch die Friedhofssatzung. Darin wird geregelt, was wo in welcher Form geht und welchen Preis es hat. In Biebertal steht just dies nach fünf Jahren wieder auf dem Prüfstand.

Auslöser sind die neuen Sargkammern, die es jetzt in Fellingshausen gibt, da dort besondere Bodenverhältnisse herrschen. Anlass für das Rathaus, beim Einarbeiten dieser Bestattungsform das komplette Rechenmodell für alle sieben Friedhöfe in den Dörfern zu überarbeiten und sich insgesamt mit der Gebührenkalkulation zu beschäftigen.

Grundlage dafür ist nun das sogenannte »Kölner Modell«. Demzufolge wird differenziert, was einerseits zu den reinen Bestattungsgebühren gehört und was diesen direkt zugeordnet werden kann sowie andererseits dem Anteil der Flächen auf Friedhöfen, die Park- und Begegnungsfunktion haben, und den damit verbundenen Arbeiten. Von dieser getrennten Betrachtung erhofft man sich mehr Gerechtigkeit.

Thema ist es jetzt in den parlamentarischen Gremien. So wurde am Dienstag im Sozialausschuss neben den Kosten vor allem die soziale Komponente angesprochen. Da ist etwa die Frage nach dem, was Hinterbliebene wünschen - denn gerade für ältere Angehörige wird Grabpflege zunehmend zu einem Thema.

Kürzere Ruhezeiten?

Die Doppelbelegung eines einfachen Urnenrasengrabes wurde bei der letzten Änderung der Satzung gestrichen. Jetzt wünschen die Freien Wähler, dass diese Möglichkeit der Beisetzung von zwei Urnen übereinander in einem Grab wieder möglich sein soll. »Das war und ist sehr gefragt«, gibt die FW-Fraktionsvorsitzende Inge Mohr zu bedenken. Auf Initiative der Verwaltung wird zudem darüber nachgedacht, die Ruhezeit in Erdreihengräbern von 30 auf 25 Jahre zu senken. Der Gemeindevorstand um Bürgermeisterin Patricia Ortmann hat sich bereits dafür ausgesprochen.

Beraten wurde auch die Frage von Kostendeckungsgraden. Einen Überschuss erzielen soll die Gemeinde mit ihren Friedhöfen nicht, aber möglichst eine Kostendeckung anstreben. Zuletzt lag der Deckungsgrad durch Gebühren in der Größenordnung von 60 Prozent. Geschaut werden soll, wo - nach Herausrechnen der allgemeinen Kosten für Grünanlagen - etwa höhere Kostendeckungsbeiträge erzielt werden können.

Dazu gibt es mehrere Vorschläge. Gleichwohl soll dies für die Bürger verträglich gestaltet werden.

Vertiefend beraten werden soll dies am 24. Februar im Biebertaler Finanzausschuss.

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