Die Hauseigentümer im Wochenendgebiet ein paar 100 Meter außerhalb von Königsberg müssen sich künftig nicht mehr selbst um Wasserleitung und Kanal kümmern. FOTO: SO
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Die Hauseigentümer im Wochenendgebiet ein paar 100 Meter außerhalb von Königsberg müssen sich künftig nicht mehr selbst um Wasserleitung und Kanal kümmern. FOTO: SO

Freundliche Übernahme

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Biebertal(so). Fünf Jahre wurde verhandelt, jetzt zeichnet sich das Ergebnis ab: Die Gemeinde Biebertal übernimmt die Wasserleitungen und Kanäle zum und vom Wochenendgebiet nahe Königsberg in ihr Eigentum.

Die Ver- und Entsorgungsleitungen waren 1974 von den damaligen Eigentümern der rund drei Dutzend Häuser in Eigenregie verlegt respektive bezahlt worden. Die Infrastruktur war bislang ihr Privateigentum. Vor fünf Jahren, nachdem es 2014 eine größere Reparatur gegeben hatte, waren die 33 Mitglieder der Wochenendhaus-Gemeinschaft an die Gemeinde herangetreten mit der Frage der Übernahme. Damals gab es einen Grundsatzbeschluss der Kommunalpolitik, die Leitungen zu übernehmen - aber dann begann das Verhandeln im Detail. Eben über die Bedingungen, zu denen das geschehen soll.

46 Jahre alte Leitungen

Zurückgerechnet wurde ein Herstellungswert von rund 1,1 Millionen Euro. Bei einer technischen Abschreibungsdauer von 50 Jahren bleibt heute ein Verkehrswert von etwas mehr als 62 000 Euro für Wasserleitung und Kanal. Die Gemeinde will davon nochmals die Kosten abziehen, die entstanden sind, um den heutigen Sanierungsbedarf zu ermitteln, sowie Kosten für die Sanierung selbst. Danach bleiben knapp 32 000 Euro. Diese Summe bietet die Gemeinde dem Wochenendverein als Kaufpreis für die Leitung an.

Die Wochenendgemeinschaft hat in einer Mitgliederversammlung vor 14 Tagen erneut ihren Entschluss bestätigt, die Leitungen an die Gemeinde zu übergeben. Am Dienstag hat die Gemeindevertretung diese Übernahme gebilligt. Es sieht also alles nach einer freundlichen Übernahme aus. Diskutiert wird derweil noch, was mit den Kläranlagenbeiträgen ist, die in der Vergangenheit bereits von den Eigentümern der malerisch gelegenen Grundstücke mit Dünsbergblick gezahlt wurden. Da steht die Gemeinde auf dem Standpunkt, dass eine Rückzahlung erfolgen könne, aber nicht müsse. Konkret geht es um etwas mehr als 24 000 Euro, die in den 1990er Jahren erhoben wurden

Vertreter aller Fraktionen in der Gemeindevertretung begrüßten die sich nun abzeichnende Lösung. Dies stehe für eine einheitliche Regelung für alle Biebertaler Bürger, sagt CDU-Fraktionschef Thorsten Cramer. Und sein Pendant von der SPD, Thomas Prochazka, spricht von einem "fairen Angebot an die Anlieger".

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