Eltern zahlen künftig mehr

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Biebertal (so). Von Januar an werden die Familien mit Kleinkindern in Biebertal für die Betreuung in den Tagesstätten mehr zu zahlen haben. Die Elternbeiträge steigen um fünf Prozent. Das hat die Gemeindevertretung unter Vorsitz von Elke Lepper (FW) am Dienstag mit breiter Mehrheit beschlossen. Einzig die oppositionelle SPD stimmte gegen die Gebührenerhöhung.

Betroffen sind vornehmlich Familien mit Kindern unter drei Jahren. Denn "Ü3" bis zur Einschulung sind sechs Stunden in der Betreuung laut Gesetz frei. Da zahlen Eltern nur darüber hinausgehende Betreuungsangebote.

In Biebertal sind die Kindertagesstätten mehrheitlich in kirchlicher Trägerschaft: Vetzberg, Rodheim, Bieber, Fellingshausen und Krumbach. Kommunal ist die Kita in Königsberg und ab 1. 1. 2020 auch die Rodheimer "Sternschnuppe". Finanziert wird die Betreuung gleichwohl vornehmlich über die Kommune, das Land und die Elternbeiträge. Die Biebertaler Steuerzahler schießen bei den Kindergärten aktuell zwei Millionen Euro im Jahr zu. Vor diesem Hintergrund hält die Mehrheit der Gemeindevertreter die steigenden Elternbeiträge für gerechtfertigt. "Alle Nutzer von gemeindlichen Einrichtungen müssen sich an den Kosten beteiligen - leider", sagt die FW-Fraktionsvorsitzende Inge Mohr. So lange die Kommune zwei Millionen zugeben muss, sei es unumgänglich, dass auch Eltern ihren Beitrag leisten. Angesichts von 67 Euro Elternanteil im Monat bei einer Betreuung von acht Stunden je Arbeitstag sprach Mohr am Dienstag von "kleinem Geld".

Das sehen CDU und Grüne ganz ähnlich. Einzig die SPD argumentiert: Das Land Hessen komme seinen Verpflichtung nicht ausreichend nach. Fraktionsvorsitzender Thomas Prochazka fordert "eine kostenfreie Bildung der Kinder von Anfang an". "Eine weitere Gebührenerhöhung ist da das falsche Zeichen", sagte der Sozialdemokrat unter dem beifälligen Klatschen einiger anwesender Elternvertreter.

Insbesondere Thorsten Cramer (CDU) nahm dies den Genossen krumm. Diese hätte in der Vergangenheit Erhöhungen mitgetragen, verabschiedeten sich jetzt von einem Biebertaler Grundkonsens. "Seriös ist das nicht!", kritisierte Cramer.

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