Ein weiteres Zeichen setzen

  • Rüdiger Soßdorf
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Biebertal (so/pm). Es ist erst wenige Wochen her, dass der Künstler Gunter Demnig in Rodheim und Vetzberg Stolpersteine für zwei Frauen verlegte, die von den Nationalsozialisten im Dritten Reich misshandelt und zu Tode gebracht wurden. Die Vorbereitungen dafür und die aktuell in Biebertal erarbeitete »Charta für Vielfalt, Toleranz, Respekt und Demokratie« haben dazu geführt, sich bewusster mit einem dunklen Kapitel der Geschichte auseinanderzusetzen und die Brücke in die Gegenwart zu schlagen.

Dazu passt die Initiative der CDU, dass Biebertal künftig den Förderverein des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt unterstützt.

Brücke in die Gegenwart

Das Fritz-Bauer-Institut an der Frankfurter Universität ist eine unabhängige, zeitgeschichtlich ausgerichtete und interdisziplinär arbeitende Forschungs- und Bildungseinrichtung. Es untersucht und dokumentiert die Geschichte der nationalsozialistischen Massenverbrechen - insbesondere des Holocaust - und deren Wirkung bis in die Gegenwart. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Vermittlung der einschlägigen deutschen und internationalen Forschung durch Publikationen, Vortragsveranstaltungen und Ausstellungen.

Das Institut trägt den Namen von Fritz Bauer (1903- 1968). Ab 1956 hessischer Generalstaatsanwalt, kämpfte Bauer für die Rekonstruktion des Rechtssystems in der Bundesrepublik Deutschland und für die strafrechtliche Verfolgung von NS-Verbrechern.

Der Förderverein flankiert die Arbeit des durch eine Stiftung entstandenen Instituts und hat sich zum Ziel gesetzt, dessen Arbeit zu sichern und seine Unabhängigkeit zu bewahren.

In der Biebertaler Gemeindevertretung hat die CDU-Fraktion, namentlich Gregor Verhoff aus Vetzberg, den Antrag eingebracht, dass die Gemeinde Mitglied im Förderverein werden möge. Der jährliche Mitgliedsbeitrag liegt bei 60 Euro.

Am Dienstag wurde die Idee im Kulturausschuss der Gemeindevertretung aufgerufen und mehrheitlich empfohlen. Fünf Gemeindevertreter stimmten zu, drei weitere enthielten sich bei der Abstimmung. Abschließend wird das Thema in der Sitzung der Gemeindevertretung am 30. November aufgerufen und beraten.

Mit dem einstimmigen Bekenntnis zur Charta für Vielfalt, Toleranz, Respekt und Demokratie Ende September habe die Gemeinde ein Zeichen gesetzt, verantwortungsvoll in die Zukunft zu blicken und dabei die Geschichte, Rechte und Belange aller in Biebertal in seinen Ortsteilen lebenden Bürgerinnen und Bürger zu ehren und zu wahren, heißt es in der Antragsbegründung.

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