Zu den Exponaten zählt die mutmaßlich erste Telefonanlage von Rodheim. FOTO: WS
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Zu den Exponaten zählt die mutmaßlich erste Telefonanlage von Rodheim. FOTO: WS

Ein Dorf im Wechsel der Jahre

  • vonKlaus Waldschmidt
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Biebertal(ws). Die Ausstellung "Strukturwandel in Rodheim-Bieber" soll zeigen, wie sich das Dorf und seine Umgebung in über 100 Jahren verändert haben. Die Kanonenbahn etwa gibt es nicht mehr. Der Bergbau ist beendet. Dort wo einst die Zigarrenfabrik stand, ist heute eine "neue Mitte" herangewachsen. "Dabei möchten wir nicht werten im Sinne von ›früher war alles besser‹", sagen die Macher. Sie stellen im Heimatmuseum einfach gegenüber: Etwa zwanzig ältere Dorfansichten und die heutige Situation. "Vielleicht ist damit eine Art ›Innehalten‹ möglich: wie sah unsere Heimat einmal aus, wo stehen wir heute und wo sollte und könnte es hingehen", sagte Prof. Peter Mayser während der Eröffnung. An der Ausarbeitung waren Werner Altena, Helmut Failing, Manfred Henß, Günter Leicht, Petra und Peter Mayser, Hans Ramge, Karl-Heinz Reeh, Klaus Schmidt, Markus Schmidt und Manfred Wahl beteiligt. "Die neue Ausstellung soll zum Nachdenken anregen", so Heimatvereinsvorsitzender Helmut Failing. Bürgermeisterin Patricia Ortmann lobte die Ausstellungsmacher für ihre tolle Arbeit und unterstrich den Wert der Ausstellung auch mit Blick auf die Dorferneuerung. Die Themen der Präsentation: Die Siedlungsentwicklung von Rodheim-Bieber in den zurückliegenden 180 Jahren; alte Flurnamen und ihre Hinweise auf frühere Nutzung von Landschaft (mit Wandervorschlägen); die Veränderung der landwirtschaftlichen Infrastruktur (u. a. Bodennutzung, Viehhaltung, Streuobstwiesen); die Wetterdaten von 100 Jahren; touristische Konzepte wie der "Luftkurort Rodheim-Bieber" und das heimische "Skigebiet".

Zudem ist die vermutlich erste Telefonanlage in Rodheim (Fabrikat Siemens & Halske) zu bewundern. Denn auch die Kommunikationsstrukturen haben sich verändert. Der Frage "Warum sind manche alteingesessenen Berufe heute im Ort ausgestorben?" wird ebenso nachgegangen wie der Bedeutung von Bergbau und Biebertalbahn. Die sehenswerte und inhaltsstarke Ausstellung ist bis 31. Januar 2021 sonntags, 15 bis 17 Uhr, und nach tel. Vereinbarung (06409/9215) geöffnet.

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