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Das Königsberger Gotteshaus bildet mit dem Schloss ein »historisches Ensemble«.

Dem Abriss knapp entgangen

  • VonKlaus Waldschmidt
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Biebertal (ws). Weithin sichtbar ist die Königsberger Kirche. Sie bildet mit dem Schloss ein besonderes historisches Ensemble, liegt der kompakte Kirchenbau ohne verschönende Schnörkel doch direkt unterhalb. Vor 60 Jahren wurde sie renoviert - und entging damit dem Abriss.

Die Geschichte des Königsberger Gotteshauses geht weit zurück. Wann hier die erste Kirche entstand, lässt sich heute nicht mehr sagen. Fest steht allerdings, dass das Gebäude im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden total zerstört wurde. Es war am 6. Juni, eine Woche vor Pfingsten, als die Plünderer über Königsberg herfielen.

Die Bürger im Dorf wollten aber auf ihre Kirche nicht verzichten und bauten sie an gleicher Stelle wieder auf. Bereits 1654 fand der erste Gottesdienst in dem neuen Gebäude statt.

Die schlichte Kirche ist im Laufe der Jahre kaum verändert worden. Erst 1961 wurde sie von Grund auf renoviert. Eigentlich hatte man damals ins Auge gefasst, das Gotteshaus abzureißen. Aber der Landeskonservator verweigerte die Genehmigung dazu und stellte das Gebäude unter Denkmalschutz.

Die Kirche bekam bei der Sanierung dennoch ein neues Gesicht. Die Mauern wurden mit Schieferplatten abgedeckt, ebenso das Dach und der Turm. Auch im Innern änderte sich einiges. So blieb nur noch eine Empore. Die Orgel wurde nach oben versehen.

Das einzige größere Problem ist die Stützmauer. Sie war 1981 in den Fugen stark mit Efeu bewachsen, berichtete der damalige Ortspfarrer Karl Landau. Das gefährdete die Stabilität. Es musste dafür gesorgt werden, dass die Mauer weiterhin ihre Stützfunktion erfüllen konnte.

Für Konzerte beliebter Ort

1993/94 renovierte die Kirchengemeinde das Gotteshaus innen und außen gründlich. Das Kirchenschiff selbst war in den über 30 Jahren seit der letzten Renovierung dunkel, die grauen Farben verblasst. Mit den Originalfarben wurde das Kircheninnere instand gesetzt.

Das größte Schmuckstück wurde das Orgelprospekt. Es erhielt seine ursprünglichen Farben zurück und wurde zum Teil ölvergoldet. An der Stirnseite der Kirchentonne wurde ein florales Gemälde entdeckt, das vermutlich aus dem Jahre 1732 stammt.

Für die älteren Gemeindeglieder schuf die Gemeinde einen ebenerdigen Zugang an der Nordseite. Die dem Schloss zugewandte Seite wurde mit einer Wärmedämmung versehen. Auch der Wetterhahn der Kirchturmspitze wurde restauriert. 2009 erfolgte ein Anbau mit behindertengerechter Toilette und Abstellraum.

An Heiligabend 1997 wurde die »Kastenkrippe«, ein künstlerisches Kleinod, eingeweiht. Der Königsberger Gitarrenbauer Michel Brück und Prof. Dr. Manfred Pixa schufen die Krippe, die an der geschlossenen Außenseite mit Hölzern alter Königsberger Häuser versehen ist.

Noch heute ist die Kirche ein beliebter Veranstaltungsort, gerade auch für Konzerte.

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