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Das Gemeinschaftsprojekt

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Von: Rüdiger Soßdorf

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Biebertal (so). »Wenn man solch ein millionenschweres Projekt schultert, dann kann man es nur gemeinsam«, weiß Bürgermeisterin Patricia Ortmann. Und diese Gemeinsamkeit scheint mittlerweile auf allen Ebenen zu herrschen: In der Politik ebenso wie in der Feuerwehr und beim Bauhof, bei den Planern und den beteiligten Unternehmen. Beim Richtfest für den neuen Bauhof und den benachbarten Feuerwehrstützpunkt in Rodheim neben der Großsporthalle herrschte gestern jedenfalls trotz des nasskalten Schmuddelwetters eitel Sonnenschein bei allen Beteiligten.

Nach dem Spatenstich im April und der Grundsteinlegung im Juli dieses Jahres nun also der dritte Meilenstein. Fertig werden sollen die insgesamt vier Gebäude und Hallen im vierten Quartal 2022. Mit rund 1900 Quadratmetern Gebäude-Grundfläche entsteht der Feuerwehrstützpunkt »Biebertal Mitte«, gebildet aus den Wehren von Rodheim, Bieber, Fellingshausen und Vetzberg. Der benachbarte neue Betriebshof hat rund 1500 Quadratmeter Gebäudegrundfläche und ersetzt das seit Jahren schon unzulängliche Domizil in der alten Zigarrenfabrik an der Fellinghäuser Straße in Rodheim. Die Betriebshofmitarbeiter bekommen endlich die räumlichen Bedingungen und Arbeitsgrundlagen, um die schon seit bald zwei Jahrzehnten diskutiert werde. »Sie sind immerhin zuständig für die Infrastruktur in sieben Dörfern: Für Bürgerhäuser, für 23 Spielplätze, für sieben Friedhöfe, für rund 430 Kilometer Straßen- und Wegestrecke…«, umriss die Bürgermeisterin das umfängliche Aufgaben-Portfolio.

Von einem »Logistikzentrum für Sicherheit und Versorgung« hat Ortmann mehrfach gesprochen. Denn der moderne Standort mit Erweiterungsmöglichkeiten für Feuerwehr und Bauhof dient zudem den Mitarbeitern aus den Bereichen Forst und Wasserversorgung.

Baukosten steigen immer weiter

»Wir wissen ehrlich nicht, was es am Ende kosten wird, da die Baupreise durch die Decke gehen«, räumt Bürgermeisterin Ortmann ein. Zielmarke zum jetzigen Stand: Rund elf Millionen Euro. Das Land Hessen engagiert sich mit einem Zuschuss in Höhe von 384 000 Euro. Um die Kosten war in langer Zeit der Vorplanung stetig gerungen worden; zeitweise war da seitens der Kommunalpolitik sogar eine Obergrenze fixiert. Der Beschluss wurde aber wieder aufgehoben.

»Ein neues Haus, ein neuer Mensch«, zitierte die Bürgermeisterin Goethe. Und verwies darauf, dass insbesondere für die Feuerwehr neue Wege beschritten werden: Vier Ortsteile - ein Stützpunkt. Gemeindebrandinspektor Marcel Hänsel skizzierte in seinem Grußwort just diesen Prozess der Neu-Organisation, der mit dem Bau einhergeht. Und zeigt sich zuversichtlich, dass dieser Weg der richtige ist.

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