Biebertal streicht Energiekosten für Vereine

  • Rüdiger Soßdorf
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Biebertal (so). Die Biebertaler Vereine werden nicht mehr an den Energiekosten der Hallen und Bürgerhäuser beteiligt, die sie nutzen. Das hat die Gemeindevertretung jetzt einmütig beschlossen. Schon seit dem vergangenen Jahr war diese seit 2014 geltende unpopuläre Regelung ohnehin ausgesetzt gewesen.

Der Anstoß zum endgültigen Abschaffen der Vereinsbeteiligung kam von der SPD. Was die Entscheidung letztlich noch erleichtert hat, ist eine Erkenntnis, die das Corona-Jahr gebracht hat. In den Monaten, in denen die Hallen kaum genutzt wurden, weil der Sport- und Kulturbetrieb ruhte, ist der Energieverbrauch signifikant zurückgegangen. Das zeigt der direkte Vergleich mit den Vorjahren, Die Pandemie stelle alle Vereine vor große finanzielle Herausforderungen, erinnerte die SPD. Diese Probleme dürfe man nicht noch verschärfen. Zudem sei die dramatische Haushaltssituation nicht mehr gegeben, die vor sieben Jahren zum Einführen der Energiekostenbeiträge geführt hatte. Die Freien Wähler regten in der Gemeindevertretung zudem an, auch Überlegungen anzustellen, wie jene Vereine entlastet werden können, die eigene Liegenschaften nutzen und zu unterhalten haben. Diese tragen nämlich ihre Energiekosten selbst. Im Sinne einer Gleichbehandlung, so die Idee der Freien Wähler, solle man sich im Rathaus Gedanken machen, wie dies ausgeglichen werden könnte. Denn würde der Energiekostenbeitrag für die Nutzung öffentlicher Einrichtungen abgeschafft, so ergebe sich wieder eine Ungleichbehandlung für Vereine, die eigene Hallen oder Gebäude haben.

Vereinsförderung?

In der Sache schienen die Vertreter der Kooperationsfraktionen SPD, Grüne, CDU und FDP dem durchaus Sympathien entgegenzubringen. Aber sie wollten dies nicht in einem Antrag mit der Abschaffung der Vereinsbeteiligung an den Energiekosten verbunden sehen. »Das geht eher in Richtung Vereinsförderung«, sagte Felix Koop (FDP). Und riet wie auch andere dazu, dies separat zu beraten und einen eigenen Antrag dazu zu formulieren.

Das sehen die Freien Wähler anders: Es sei sehr wohl zu verknüpfen, argumentierte Fraktionsvorsitzende Inge Mohr. Es gehe um die Frage der Belastung von Vereinen, sagte sie. Und plädierte dafür »hier jetzt bitte die Vereine zu entlasten«. Beide Initiativen zusammen seien ein »Paket, das den Vereinen nützt«. Das fand jedoch keine Mehrheit. So bleib es erst einmal beim Abschaffen der Energiekostenbeteiligung - und zwar einstimmig.

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