+

Die Beule ist weg

  • schließen

Biebertal (dhe). Knapp 50 Quadratmeter misst die Beule am Bergfried der Burg Vetzberg. Seit 2013 wurde das lose Mauerwerk mit Netzen und Sicherheitsgurten notgesichert. Seit Frühjahr diesen Jahres ist nun der knapp 22 Meter hohe Turm, der auf einem mächtigen Basaltkegel oberhalb des Biebertals thront, gänzlich von Baugerüsten umgeben. Am Bergfried direkt zeugen Bauschutt, allerlei Verkabelungen und die lauten Zurufe der Arbeiter von einem regen Treiben auf der Baustelle.

Bereits im vergangenen Jahr sollte mit der Sanierung des mittelalterlichen Gemäuers begonnen werden, allerdings sorgten genauere Radaruntersuchungen dafür, dass sich der Beginn der Sanierungsarbeiten um etwa ein Jahr hinauszögerte.

Mit diesen ergänzenden Untersuchungen sollte festgestellt werden, ob es noch weitere Schwachstellen an dem Bergfried gibt, die es zu erneuern gilt. Es wurden zwar nur kleinere Stellen gefunden, die eine Ausbesserung benötigten, allerdings hat sich der zusätzliche Aufwand bereits gelohnt, so der Leiter des Bau- und Umweltamts der Gemeinde Biebertal, Bernhard Kais. "Wenn wir anfangen und nicht wissen, was auf uns zukommt, sorgt das für Mehrkosten. Deswegen haben wir diese Radaruntersuchungen durchführen lassen. Ich bin mir auch ganz sicher, dass wir durch die Ergebnisse auf jeden Fall schon Geld eingespart haben."

Auch finanziell alles im Rahmen

Der finanzielle Rahmen von knapp über 500 000 Euro kann daher voraussichtlich eingehalten werden. Die Kosten trägt zum einen Teil die Gemeinde selbst als Eigentümerin der Burg. Sie wird jedoch auch von vier Zuschussgebern unterstützt. 80 000 Euro steuern jeweils Bund, Land und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hinzu. Mit 8000 Euro beteiligt sich der Landkreis Gießen an dem Projekt.

Auch der Zeitplan wird voraussichtlich eingehalten. Zur Zeit ist vorgesehen, dass bis November die Arbeiten soweit abgeschlossen sein werden, dass das Gerüst im Dezember abgebaut werden kann.

Der Hauptgrund für die Sanierung, die Beule im unteren Drittel auf der Südseite des Turms, ist bereits ausgebessert. Momentan arbeitet man an der Neuverfugung der Außenmauer. Zuletzt wurde diese in den 1970er Jahren erneuert. Der damals verwendete Mörtel war jedoch ungeeignet und bricht heute großflächig heraus. Daher muss der Turm zusätzlich komplett neu verfugt werden, was enormen Aufwand bedeutet. Am problematischsten ist dabei das Wetter, denn ist es zu heiß, zu kalt oder zu nass, gelingt die Neuverfugung nicht.

Eine besondere Herausforderung stellt vor allem die Logistik dar. Der Weg, der zum Turm hinauf führt, kann von größeren Baufahrzeugen oder Lkw nicht genutzt werden. Daher müssen alle Baumaterialien auf dem Burgplatz gelagert und dann mit einem Radlader weitertransportiert werden. Deutlicher Mehraufwand, der jedoch von Beginn an mit einkalkuliert und somit von allen Arbeitskräften bisher gut bewältigt wurde.

Kais ist daher guter Dinge und hält es für sehr realistisch, dass die gesamten Bauarbeiten innerhalb der nächsten Monate abgeschlossen werden können: "Wenn alles so bleibt, dann haben wir alles richtig gemacht."

Besonders angewiesen ist das Projekt auf das Verständnis der Anwohner, denn die Lage des historischen Denkmals sorgt nicht nur für logistische Schwierigkeiten, sondern auch für starke Lärmbelästigung, da die Geräusche von der höher gelegenen Baustelle stark schallen. Gerade für die direkten Anwohner, die ihren Sommerurlaub genießen wollen, ist dies sehr anstrengend. Der Leiter des Bau- und Umweltamts lobte jedoch die Geduld und das Verständnis aller Anwohner und sprach von einem gemeinsamen Interesse an der Instandhaltung des Bergfrieds.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare