Die Flötengruppe der evangelischen Kirchengemeinde Fellingshausen macht sich musikalisch auf den Weg nach Bethlehem. FOTO: M
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Die Flötengruppe der evangelischen Kirchengemeinde Fellingshausen macht sich musikalisch auf den Weg nach Bethlehem. FOTO: M

Beeindruckende Vielfalt

  • vonVolker Mattern
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Biebertal(m). Wenn der Weg das Ziel ist, spielt es keine Rolle, Wege zwei- oder mehrmals zu gehen. Die Flötengruppe der evangelischen Kirchengemeinde Fellingshausen lud am Sonntag dazu ein, den Weg nach Bethlehem auch nach Weihnachten noch einmal zu gehen. Denn, so hieß es, es seien wohl noch nicht alle angekommen. Im übertragenen Sinne sollte diese Feststellung gemeint sein, um auf die eigentliche Bedeutung von Weihnachten hinzuweisen. Der Ursprung des Festes reduziert sich nicht auf das Beschenken, auf üppiges Essen und Lichterglanz, sondern eigentlich einzig und allein auf das Menschwerden des Gottessohnes.

Eineinhalb Stunden war die Flötengruppe unter Leitung von Helga Rau in der Kirche unterwegs, um gemeinsam mit rund 100 begeisterten Gästen durch Musik, Texte, Gedichte und Lieder Weihnachten neu zu entdecken. "Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben - ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben: Ich wünsche dir Zeit…", heißt es in einem Gedicht von Elli Michler. Durch die Weihnachtsgeschichte und die Bedeutung des Advents führte Kristin Theobald mit Lesungen, aber auch Texten, die sich mit vielen schönen weihnachtlichen Gebräuche und Sitten beschäftigten und ihre Ursprünge erklärten.

Auch Lieder intoniert

Passend dazu die 16 Musikstücke und Lieder. Generationen hat Helga Rau bereits das Flötenspielen beigebracht, und ihre seit Jahrzehnten anhaltende Motivation und Ausdauer zeugt von ihrer Leidenschaft für die Musik. Die Akteure zeigten sich bestens vorbereitet und boten eine überzeugende Leistung. Unter ihnen auch der ehemalige Pfarrer der Kirchengemeinden Fellingshausen und Königsberg, Horst Rockel, der im Spiel mit den Flötentönen eine neue Form der Verkündigung an alter Wirkungsstätte gefunden hat. Mit "Maria durch den Dornwald ging" wurde das Konzert eröffnet. Bekannte Weihnachtsklassiker waren zu hören, wie etwa "Es ist ein Ros entsprungen", "Vom Himmel hoch, da komm ich her" und "Ihr Kinderlein kommet". Auch volkstümliche Weisen zur Winterzeit wie "Schneeflöckchen, Weißröckchen" oder "Lasst uns froh und munter sein" kamen zu Gehör. Der Flötennachwuchs war auch gesanglich unterwegs und zwar "In der Weihnachtsbäckerei".

In der Vielfalt beeindruckten vor allem aber anspruchsvolle Stücke wie etwa die "Kindersinfonie" von Leopold Mozart, "La Paix" aus Händels "Feuerwerksmusik" und der "Marsch der Heiligen Drei Könige" von Carl Orff und Gunild Keetmann. Hier kam die große Harmonie der gesamten Bandbreite der unterschiedlichen Ton- und Stimmlagen mit Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassflöten zur Geltung. Lang anhaltender Applaus nach dem Schlussstück "Pastorale" von Corelli war Dank, Lohn und Anerkennung für die Akteure. Sabine Mölleken vom Kirchenvorstand überreichte an Helga Rau einen Blumenstrauß. Die erbetenen Spenden gehen an die Gießener Kinderherzchirurgie.

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