Beeindruckende Reise in die Historie Fellingshausens

Biebertal (m). »Tradition erhalten – Zukunft gestalten«: Fellingshausen feierte am Wochenende 750-jähriges Dorfjubiläum. Ein stehender Festzug lockte rund 2500 Besucher aus nah und fern an. Er entführte in die Historie des Ortes, die von Landwirtschaft, Bergbau und Zigarrenproduktion geprägt war.

Man wird sich in Fellingshausen lange und gerne an dieses Fest erinnern – wenn in 50 Jahren die Chronik des Dorfes zur 800-Jahr-Feier neu geschrieben wird und sich das gestern zu Ende gegangene Festwochenende sicher als separates Kapitel in den Abhandlungen wiederfindet. »Tradition erhalten – Zukunft gestalten«: Das Motto zu 750-Jahre-Fellingshausen bekam an den beiden zurückliegenden Tagen eine besondere Bedeutung. Auf diesen Höhepunkt der Feierlichkeiten hatten Festausschuss und Arbeitskreise seit Monaten hingearbeitet. Schlaflose Nächte der Festausschussmitglieder und Teams und der eine oder andere Ärger sind vergessen, das große ehrenamtliche Engagement, die Investitionen auch in Zeit und Mühe, haben sich gelohnt.

Helmut Mattig, Vorsitzender des Ortsbeirates und Festausschusses und seine Mitstreiter sind zufrieden. Mit Herzblut wurde für gestern und vorgestern ein Programm gestrickt, dass allen Erwartungen an ein solches Ereignisses in jeder Hinsicht gerecht wurde. Die »Füchse« bewiesen, dass sie feiern können und waren hervorragende Gastgeber für knapp 2500 Besucher.

Die kamen bei alldem, was es zu sehen, zu hören, zu fühlen, zu schmecken und zu riechen gab, aus dem Staunen nicht mehr heraus. Überall strahlende Gesichter, nur der Himmel weinte gestern zwischendurch.

+++ Bilder vom 750-jähriges Dorfjubiläum in der Galerie

+++ Weitere Bilder vom Dorffest 750 Jahre Fellingshausen

Höhepunkt war der stehende Festzug mit viel Bewegung am gestrigen Sonntag. Im alten Ortskern, rund um Kirche, Backhaus, Brunnen und einem sich prächtig erholten Lindenbaum, wurde Vergangenheit wieder gegenwärtig. An 50 verschiedenen Stellen darunter in 30 Höfen, waren die unterschiedlichsten Attraktionen und Angebote von Menschentrauben umlagert.

Die Geschichte des Dünsbergdorfes sollte dabei zur Geltung kommen und vor allem die drei Säulen dessen, was den Alltag, das Leben, auch Berufsleben, der Menschen einst prägte und bestimmte, war hervorragend repräsentiert: Die Landwirtschaft wurde mit einer Ausstellung alter historischer Geräte in großer Vielfalt – von der Bodenbearbeitung, über die Aussaat bis zur Ernte und dem Wandel in Produktion und Technik – anschaulich gezeigt. Nur das Schaudreschen fiel den Witterungsunbilden zum Opfer. Die Bedeutung der Zigarrenindustrie vor Ort und die damit verbundenen Heimarbeit des »Ziggamachens« durch die Frauen, die so den Lebensunterhalt ihrer Familien aufbessern wurden verdeutlicht. Und gezeigt wurde auch der Bergbau mit einem Stollennachbau und Ausstellungsutensilien, die ein hartes Arbeitsleben erahnen ließen.

Die Heimatvertriebenen mit ihren Einflüssen auf das kulturelle Leben Fellingshausens zeichneten ihren Weg vom Ankommen, über den Neuanfang und den Integrationsprozess nach. »100 Jahre Strom« – das Jubiläum im Jubiläum – präsentierte eine Sonderausstellung. Altes Handwerk wurde gezeigt, auch eine Schmiede, betrieben von Freunden aus dem erzgebirgischen Eibenstock. Die Themen »Jagd« und »Imkerei« waren vertreten und Keltenfunde vom Dünsberg waren die Brücke in ein noch älteres, siedlungsgeschichtliches Kapitel.

Milchproduktion und Wäsche waschen anno dazumal wurde vorgeführt, und die Speisekarte bot eine breite Palette an Gaumenfreuden. Vereine, Schule, Kirche und Kita sowie viele andere Institutionen und Gruppen aus Fellingshausen, und dem Umland, gestalteten das Wochenende zu einem unvergesslichen Erlebnis. Mit einem Sangesgruß des Gesangvereins, Grußworten der Honoratioren mit Schirmherr MdL Clemens Reif an der Spitze und einem ökumenischen Gottesdienst war es eröffnet worden.

Fotos: www.giessener-allgemeine.de

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