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Erst 1986 wurde das Gemeindehaus zur Kirche umgebaut. Die Orgel stammt noch aus der Zeit vor dem Umbau.

Aus Gemeindehaus wird Kirche

  • vonKlaus Waldschmidt
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Biebertal (ws). Es ist ein kleines Jubiläum, das in den Zeiten der Pandemie ein wenig untergegangen ist: Die Orgel der evangelischen Emmausgemeinde Bieber erklingt seit 50 Jahren. Der runde Geburtstag bietet die Gelegenheit, in die abwechslungsreiche Geschichte des Kirchengebäudes zu blicken, in der sie beheimatet ist.

In Bieber gab es früher keine Kirche. 1951 erhielt der Ort zusammen mit Fellingshausen eine Pfarrvikarssstelle, die in den 1960ern in eine Pfarrstelle umgewandelt wurde. Ab 1954 wurde das Gemeindehaus für Gottesdienste und weitere kirchliche Veranstaltungen genutzt. Zunächst befand sich darin auch ein Kindergarten, der aber später in die »Rote Schule« umzog.

Drei Glocken läuten im Turm

Ein Höhepunkt war die Errichtung eines Kirchturms auf dem Gebäude in der Rimbergstraße 19 anno 1967. Die zwei Glocken hingen vorher im Turm der »Weißen Schule«; jedoch sorgten die Schwingungen dort für statische Probleme. 1999 wurde eine dritte Glocke bei der Firma Rincker in Sinn gegossen, die seitdem das Glockenspiel im mit goldener Kugel und Hahn gekrönten Turm vervollständigt.

Im Gemeindehaus wurde Platz für Jugend- und Konfirmandenräume geschaffen, es gab immer wieder kleinere und größere Umbaumaßnahmen. Die Ausstattung der Kirche wurde fortlaufend verbessert. 1970 wurde für 18 500 DM eine Orgel angeschafft, die trotz kompakter Bauweise den gesamten Gemeindesaal klanglich ausfüllte.

1979 entstand das neue Kirchspiel Bieber-Königsberg, das von Pfarrer Karl Landau betreut wurde, der über 30 Jahre im Amt blieb.

Doch noch immer hatte die Gemeinde keine eigene Kirche, sondern nur ein Gemeindehaus. Erst 1986/1987 erfolgte die Umgestaltung zur Kirche. Die Orgel fand ihren Platz auf der Empore, auf der zusätzliche Sitzplätze geschaffen wurden. Der Altarbereich wurde vergrößert und über dem Kreuz ein Bleiglasbild eingesetzt. Schreiner und Künstler Wilhelm Dönges war federführend bei der Ausgestaltung des Altarraums. Die Gemeindemitglieder unterstützten den Umbau unter anderem mit 4800 ehrenamtlichen Stunden Arbeit.

Am Ostermontag 1987 konnte das zur Kirche umfunktionierte Gemeindehaus seiner Bestimmung übergeben werden. Der Ende 1986 gegründete Kirchenchor unter Leitung von Gisela Henrich und Elke Schäfer gestaltete mit den Heidelberger Bläsern den Festgottesdienst. Damals zählte die Kirchengemeinde 1600 Mitglieder.

Die Arbeiten hörten aber nie ganz auf. Zwischenzeitlich wurde das Dach neu eingedeckt, das Kellergeschoss renoviert und ein behindertengerechter Kirchenanbau eingeweiht.

Der Trend einer sinkenden Zahl an Gläubigen macht auch vor Biber nicht halt: Ab 2007 war die Kirchengemeinde mit der von Rodheim/Vetzberg verbunden. Nun soll es einen Kooperationsraum aller Biebertaler Kirchengemeinden geben, in dem die Biebertaler Kirchengemeinden zusammenarbeiten und mit knapperen Ressourcen auskommen müssen. Die konkrete Ausgestaltung des Kooperationsraumes läuft derzeit.

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