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Spektakuläre Landschaften durchfahren die sechs Mountainbiker aus Biebertal und Wettenberg bei ihrer Tour in Südspanien.

Auf einsamen Trails

  • VonVolker Mattern
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Biebertal/Wettenberg (m). Auf einsamen Trails waren die radsportbegeisterten Jürgen Frank, Claus Wagner, Thomas Cramer, Dirk Hofmann, Clemens Schneider und Hansi Mattig in der Sierra Nevada unterwegs. Sie durchquerten das Gebirge im Süden Spaniens mit ihren Mountainbikes und genossen die grandiose Natur. 322 Kilometer lang führte ihr Weg durch die Sierra Nevada, dabei bewältigten die Amateure aus Krofdorf-Gleiberg, Frankenbach, Fellingshausen und Wißmar 8630 Höhenmeter in sechs Etappen.

Dass die Tour zunächst unter keinem guten Stern zu stehen schien, war schnell vergessen, denn der Bikekoffer von Thomas Cramer kam in Malaga erst nach eineinhalb Tagen Verspätung an. So begann die erste Etappe am zweiten Tag in Torre del Mar mit Ziel Alhama. Auf vergessenen Wald- und Feldwegen führte die Strecke in das andalusische Hinterland. Nachdem der Naturpark von Alcaucin durchquert war, erreichen die Biker das verschlafene spanische Dörfchen Alhama.

Picknick in der Wildnis

In nordöstliche Richtung führte die zweite Etappe. Eindrucksvolle Canyons wurden gekreuzt, bevor am Stausee Embalse de los Bermejales gerastet wurde. Weiter ging es durch typische, andalusische Dörfer, dem Etappenziel Granada entgegen.

Dort in der »Hauptstadt« der Tapas mit den vielen Bars und Kneipen, wo sich die letzte Hochburg maurischer Kultur in Europa befand, besuchten die Radler an ihrem Ruhetag auch die hoch über der Stadt thronende Alhambra.

Die dritte Etappe an Tag fünf war herausfordernd. Die Altstadt Granadas hinter sich gelassen, stellten sich die Gleiberger-Land-Biker den höchsten Bergen der Sierra Nevada. Abseits jeglicher Zivilisation hatte das Picknick in der Wildnis seinen besonderen Reiz. Nach der Stärkung ging es weiter, dennoch zwangen steile Bergrücken die Sechs immer wieder aus dem Sattel, um zu schieben. Nach langem, permanenten Bergauf nahte das Übernachtungsquartier im spanischen Skiort Pradollano.

Tag sechs brachte den »Ritt« auf das Dach der Tour in 3300 Meter Höhe. Die höchste Passstraße Europas führt dorthin und liegt nahe des höchsten Berges des spanischen Festlandes, dem 3480 Meter hohen Mulhacén. Den »Helden« aus Biebertal und Wettenberg eröffnete sich der Blick auf eine beeindruckende Hochgebirgslandschaft am südlichsten Ende Europas. Dort liegt auch im Sommer oft noch Schnee, und mit ein wenig Glück reicht der Blick bis zur Küste Afrikas.

»Von da an begann ein atemberaubender Trail in für uns ungewöhnlicher Landschaft«, schwelgen die Mountainbiker noch immer in Erinnerungen. Die gewaltigen, runden Bergformen erschwerten mit ihren Dimensionen die Einschätzung von Distanzen.

Die fünfte Etappe am siebten Tag nahm ihren Verlauf ab Trevélez, dem höchstgelegenen Dorf der iberischen Halbinsel. Der Ort ist weltberühmt durch den Jamón Serrano, ein luftgetrockneter spanischer Schinken. Nachdem sich die Biker eine dieser Fabriken, in denen der Schinken seiner Reife und dem unverwechselbaren Geschmack entgegenruht, angeschaut hatten, ging es über die Trails mit Blick auf die weißen Bergdörfer der Alpujarras weiter.

Gleichzeitig war dies der Punkt, Abschied von der Sierra Nevada zu nehmen, um im »Hippieort« Orgiva das Nachtquartier aufzuschlagen. Die sechste und letzte Etappe führte nach Motril. Nachdem eine längere, asphaltierte Passstraße bezwungen war, schlug man den Weg Richtung Sierra Lujar ein, der letzten Bergkette vor dem Mittelmeer. Ein Bad dort und ein reichhaltiges Abendessen waren der letzte Höhepunkt einer unvergesslichen Tour.

Die Temperatur lag teilweise bei 40 Grad Celsius, auf 3300 Meter Höhe herrschte T-Shirt-Wetter und ein Teil der Energie wurde aus täglich acht Trinkflaschen bezogen. Steinadler und iberische Steinböcke waren das ein und andere Mal ein Stück weit Wegbegleiter. Wenig technische Defekte gab es, und keinen einzigen Platten.

Die sechs Bikesportler sind der harte Kern einer größeren Gruppe und haben mit der Sierra Nevada ihre inzwischen 26. große Tour hinter sich gebracht. Ihr Dank galt den Guides, Jürgen und Lisa Wild im Begleitfahrzeug. FOTO: BF

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