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Sicherungsgrabungen am Dünsberg hinter dem Keltentor. ARCHIVFOTO: M

Archäologen müssen reden

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Biebertal(m/so). Der Dialog zwischen dem Verein für Archäologie im Gleiberger Land und dem Landesamt für Archäologie - konkret der für den Dünsberg zuständigen Bezirksarchäologin - ist derzeit nicht frei von Störungen. Davon berichtete der neu gewählte Vereinsvorsitzende Arnold Czarski in der Mitgliederversammlung.

Konkret geht es beispielsweise um Grabungen und Untersuchungen von Wurzeltellern umgestürzter Bäume oder das Untersuchen von Flächen, bevor diese im Wald von HessenForst mit schwerem Gerät aufgearbeitet werden.

Da gibt es eine Vereinbarung mit den verantwortlichen Revierleitern von Hessen Forst, dass der Archäologieverein zuvor diese Bereiche begutachten kann, um Funde zu bergen, die teilweise nur wenige Zentimeter tief im Boden liegen. Das hat bisher gut funktioniert.

Jetzt sind dem Verein laut Czarski die Hände gebunden, denn die Hobbyarchäologen haben die dafür erforderliche Genehmigung vom Landesamt nicht mehr. Darüber hinaus sprach Czarski von einem "Kommunikationsproblem" und einer "Blockadehaltung" sowie "mangelnder Kooperation".

Statt des Vereins habe in den zurückliegenden Monaten ein anderer, vom Landesamt beauftragter Archäologe auf dem Dünsberg Untersuchungen vorgenommen, berichtete Czarski. Er war seit Gründung des Vereins vor 15 Jahren zunächst 2. Vorsitzender und ist jetzt zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Czarski ist zudem als Geschäftsführer und Leiter des Museums "Keltenkeller" das Gesicht der heimischen Archäologie. Dr. Claudia Nickel, vor rund 20 Jahren im Zuge der Grabungen von Dr. Karl-Friedrich Rittershofer an den Dünsberg gekommen und seit 2005 Vorsitzende des engagierten Vereins, hat sich von der Leitung zurückgezogen.

Offene Fragen

Warum die Genehmigung für den Verein respektive den engagierten Geschäftsführer nicht mehr gegeben ist, dazu gibt es vom Landesamt für Archäologie auf Anfrage zum jetzigen Zeitpunkt keine Antwort.

"Die geäußerten Vorwürfe sind inhaltlich von unserer Seite nicht nachzuvollziehen", sagt Dr. Beate Leinthaler, Sprecherin des Landesamts für Denkmalpflege Hessen. Seitens der Landesarchäologie sei man bestrebt, die Fragen "zeitnah in einem direkten Gespräch mit dem Vorstand des Vereins zu klären". Die öffentliche Darlegung in den vergangenen Tagen habe man, so Leinthaler, "mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, da die Zusammenarbeit mit dem Verein Archäologie im Gleiberger Land durchaus geschätzt wird". Man gehe davon aus, dass auch nach dem Wechsel in der Vorstandsspitze die zukünftige Zusammenarbeit auf der Grundlage des Hessischen Denkmalschutzgesetzes vertrauensvoll fortgeführt werde. Bis zu einem klärenden Gespräch wolle man keine weiteren Auskünfte geben. Auch der neue Vorstand um Czarski hat angekündigt, den Dialog zu suchen. Man wolle dem Landesamt respektive der Bezirksarchäologin "die Hand reichen".

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