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Vor der Erzlore am Kehlbachplatz startet die Tour mit Helmut Failing.

Aprilscherz mit Langzeitwirkung

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Biebertal (ws). Zur "Stadtführung" in Bieber begrüßte nun der Vorsitzende des Heimatvereins Rodheim-Bieber, Helmut Failing, die Teilnehmer an der Erzlore am Kehlbachplatz. Der Titel der Tour resultiere aus einem 2004 in der Zeitung veröffentlichten Aprilscherz, sagte Failing und gab zunächst einige historische Informationen über den Biebertaler Ortsteil. Von 1898 bis 1963 verkehrte die Biebertalbahn von Gießen nach Bieber, der Bieberer Bahnhof war auf dem Gelände des ehemaligen Gutkauf-Marktes am Ortseingang angesiedelt. Ein Gleisanschluss endete im Baumgarten vor den Ida-Stollen, der andere im Kalkbruch in der Kehlbach. Erste Station des Rundgangs war das Mundloch des Ida-Stollens im Baumgarten. Er war Bestandteil der Grube Eleonore, die bis 1929 betrieben wurde.

Erinnerung an schwere Zeiten

Weiter ging es zum 1912 erbauten Backhaus: Es war Ersatz für das abbruchreife Backhaus an der Ecke Backhausweg/Hauptstraße, das aber schon 1914 wieder neu aufgebaut wurde. Nächster Anlaufpunkt war die Schulstraße: 1879 wurde die Weiße und 1903 die Rote Schule erbaut. Bis 1933 war Bieber dreigeteilt, zwischen Rodheim, Fellingshausen und Königsberg. Erst 1954 bekam die Bieberer Kirchengemeinde einen Gemeindesaal, der 1986/87 zu einer Kirche umgebaut wurde. Failing erzählte auch die ein oder andere Anekdote, etwa vom Heuchelheimer Ludwig, der in Bieber das erste Fahrrad, Motorrad und Auto besaß.

Der Weg führte in die enge Hauptstraße im Ortskern. Dort zeigte Failing den Platz, an dem der Dreimärkerstein stand, und erklärte die Jahrhunderte lange Teilung des Ortes Bieber. Der Teil links des Bieberbachs gehörte zu Fellingshausen, rechts zu Rodheim und der spitze Teil zwischen Grundbach und Bieberbach zu Königsberg. 1932 beschloss der Bezirksausschuss den Anschluss von Bieber an Rodheim zum 1. April 1933. Hingewiesen wurde auch auf die Vielfältigkeit der Ansiedlung von Handwerkern und Geschäften im Ortskern. Schmiede, Bäcker, Schreiner, Stellmacher, Schuster und mehrere Lebensmittelgeschäfte bestanden in Bieber. Am Hainaer Weg erinnerte Failing an einen der schwärzesten Tage von Bieber: Am 14. März 1945 fielen Bomben, sieben Menschen starben, vier Häuser wurden total zerstört und eine Scheune brannte ab.

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