Angst vor Sondermüll

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Biebertal(pm). Bedenken haben die Freien Wähler in Biebertal mit Blick auf die nahe Rodheim geplante Klärschlammvererdung. Sie befürchten Sondermüll auf dem Ackerland und suchen deshalb nach Alternativen.

Bereits in der Dezembersitzung der Gemeindevertretung hatten die Freien Wähler beantragt, einen Sperrvermerk bei der 2020 vorgesehenen Investition in Höhe von 1,6 Millionen Euro anzubringen. Das hatten die anderen Fraktionen jedoch abgelehnt.

"Unser Ziel war es, nochmals intensive Beratungen zum Thema Klärschlammverwendung zu haben", sagt Fraktions-Sprecherin Stefanie Plüschke. Eine andere Möglichkeit der Klärschlammverwendung wäre etwa, Biogas daraus zu gewinnen, das dann ins Gasnetz eingespeist werden könnte. Eine weitere Option wäre, den Klärschlamm mit einem bestimmten Trocknungszustand in eine Verbrennungsanlage zu liefern.

Ortsteile im Blick

Für eine Vererdungsanlage werden 1,6 Hektar Fläche benötigt. Als Standort ist der Bereich an dem grünen Planweg nach Kinzenbach vorgesehen, so die FW. Sie sehen da eine sehr große Entfernung zur Kläranlage, die durch Leitungen und Pumpen überwunden werden müsste. Plüschke nach der Beratung im Rahmen einer Klausurtagung: "Dies sehen wir kritisch." Abgelehnt wird zudem der Verbrauch von gutem, ebenem Ackerland. Der Klärschlamm würde für 10 bis 15 Jahre in der Anlage verbleiben und soll sich in dieser Zeit in hochwertige Erde verwandeln. Die Freien Wähler hingegen befürchten Sondermüll wegen der Medikamentenrückstände, Phosphate, Hormone und Mikroplastik.

Weitere Themen der Klausur waren der Stand der Dinge in der Planung des Neubaus von Feuerwehr und Bauhof, die Trinkwasserversorgung und die große Verantwortung dafür, die Kinderbetreuung, der Zustand des Waldes und die notwendige Aufforstung, die mögliche Aufnahme ins Dorfentwicklungsprogramm und der Sachstand bei verschiedenen Mehrzweckhallen und Friedhöfen.

Der Haushaltsplan 2020 war Gegenstand ausführlicher Beratungen. Wichtig ist es den Freien Wählern, dass neben dem Großprojekt Feuerwehr und Bauhof auch die kleineren zum Teil schon lange geplanten Maßnahmen in allen Ortsteilen umgesetzt werden. Bürgermeisterin Ortmann, die zeitweise an der Tagung teilnahm, galt der Dank der Fraktion für ihre offene und kommunikative Amtsführung.

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