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Dieses Gemälde von Hof Schmitte von Olga Schweitzer hat Dietrich von Herrath dem Heimatverein als Schenkung übergeben.

Alte Ansicht von Hof Schmitte

  • vonKlaus Waldschmidt
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Biebertal (ws). Der Heimatverein Rodheim-Bieber erhielt dieser Tage von Dr. Dietrich von Herrath aus Berlin eine Nachricht, in der er sich als »alter Rodheimer« beschreibt und über seine Kindheit im Dorf erzählte. Anlass für die Kontaktaufnahme: Er schenkt dem Verein ein Gemälde von Hof Schmitte. Das berichtet Dr. Jutta Failing, Vorstandsmitglied des Heimatvereins.

Dietrich von Herrath, geboren 1940, kam fünf Jahre später mit seiner Mutter Elisabeth und seinem Bruder Ulrich im Rahmen der Evakuierungen nach den schweren Angriffen auf Gießen nach Rodheim. Von 1946 bis 1952 wohnte die Familie zunächst im gelben Haus von Hof Schmitte, später gegenüber im Burghaus, danach in der Vetzberger Straße bei Familie August Kümmel.

Zeitdokument Rodheims

In den 1940er- und 1950er-Jahren habe auch Olga Schweitzer (geb. Mügge-Novar) mit ihrem Sohn Nicka im gelben Haus im ersten Stock bei Baronin Dr. Dorothea van der Hoop gewohnt: »Frau Schweizer war eine sehr gebildete Frau, sie beherrschte sieben Sprachen. Sie war in Russland aufgewachsen und ›französisch‹ erzogen worden«, berichtete von Herrath.

Mit ihr pflegten der junge Mann und seine Mutter engen Kontakt. Frau Schweizer habe gelegentlich gemalt. Ein kleines Gemälde auf Holzgrund mit der Ansicht von Hof Schmitte schenkte Olga Schweitzer damals Herraths Mutter.

Schweizer wohnte später mit Mann und Sohn in dem heute nicht mehr existierenden Häuschen auf dem Gelände Bieberer Straße 5. »Dieses Bild habe ich bis heute als Erinnerung an meine schöne und freiheitliche Kindheit auf Hof Schmitte in Ehren gehalten. Nun werde ich bald 81 Jahre alt und möchte, dass das Bild, das ja ein Zeitdokument Rodheims ist, dem sehr informativen Heimatmuseum in Rodheim schenken«, so Herrath in seinem Schreiben an den Heimatverein.

Eine Schenkung, die der Verein gerne annimmt. Er plante ohnehin eine Umgestaltung des kleinen Ausstellungsbereichs »Hof Schmitte« im ersten Obergeschoss des Heimatmuseums. Dieser soll sich noch stärker an auswärtige Besucher des Biebertals und Gäste des geplanten Boutiquehotels in den Gebäuden von Hof Schmitte richten.

In dieser Präsentation soll das Gemälde einen Ehrenplatz erhalten. Im Gegenzug erhielt von Herrath durch den Heimatverein einige historische Fotografien aus seinen Jugendjahren in Rodheim«, erzählt Failing.

Nachdem die Brüder Dietrich und Ulrich von Herrath für ihr Studium das Dorf verlassen hatten, zog die Mutter in die Leipziger Straße in das Haus der Familie Günter Jung. Sie verstarb 1996 und wurde in Rodheim beerdigt. Dietrich von Herrath erinnert sich an seine schöne Jugend in Rodheim. Er war begeisterter Leichtathlet, trainierte oft mit Dieter Platt und Günter Leicht. Und: Er ist stolz darauf, bis heute die Rodheimer Mundart zu beherrschen.

Der Mediziner wurde nach der Facharztausbildung zum Internisten schließlich Oberarzt im St.-Joseph-Krankenhaus in Berlin. Dort blieb er bis zu seiner Pensionierung 2005 als Oberarzt und Nierenspezialist. Seit der Gründung der medizinischen Zeitschrift »Der Arzneimittelbrief« im Jahr 1967 war er Redaktionsmitglied. Außerdem war der Berliner 2005 Mitbegründer der unabhängigen Verbraucherzeitschrift »Gute Pillen - Schlechte Pillen«.

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