Brautkleid

Alisa Mattern entwirft in Biebertal traumhafte Brautkleider

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  • Patrick Dehnhardt
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Alisa Mattern schneidert in Biebertal Brautkleider. Rund 20 Stunden Nähen und mehrere Anproben braucht es, bis aus Spitzen und Stoff ein einzigartiges Brautkleid geworden ist.

Alle Augen richten sich auf die Braut, wenn sie die Kirche betritt. Welches Kleid trägt sie? Wie ist es geschnitten, wie verziert? Es gibt wohl kaum ein Kleidungsstück, das so im Mittelpunkt steht wie das Brautkleid. Und mit dem so viele Wünsche und Träume verbunden sind. Alisa Mattern weiß das genau, sie erlebt es jeden Tag: In ihrer Schneiderwerkstatt in Biebertal erschafft die 28-Jährige eindrucksvolle Modelle.

Sie tragen Namen wie "Nele", "Maria" oder "Elaine". Welches ihr Lieblingsbrautkleid ist? Diese Frage kann Mattern nicht genau beantworten. Schließlich hat sie die Kleider alle selbst entworfen. Hinter jedem steht eine besondere Idee, ein eigener Akzent. Nach längerem Überlegen sagt sie: "Auf jeden Fall mit viel Spitze." Gerade handgefertigte Spitzen gefallen ihr sehr, fließen immer wieder in die Entwürfe mit ein.

Brautkleid – Auf jeden Fall mit viel Spitze

Dass sie einmal Brautkleider schneidern würde, hätte sie zumindest als Kind nicht gedacht. Damals nähte sie viel mit ihrer Oma. "Sie war Schneiderin." Die Arbeit mit Nadel und Faden machte Mattern viel Spaß. Eine Freundin bemerkte das, fragte sie irgendwann: "Warum machst du das nicht beruflich?" Gesagt – getan. Nach der Schule absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur bekleidungstechnischen Assistentin, dann zur Schneiderin. In Köln und Düsseldorf sammelte sie weitere Erfahrung, bevor sie sich schließlich in Biebertal selbstständig machte und die Meisterprüfung ablegte. Vor drei Jahren eröffnete sie das Atelier.

Brautkleider im Vintage-Style

Ein Brautkleid kaufen braucht Zeit. "Ein bis zwei Stunden anprobieren und ausprobieren – beim ersten Termin", sagt Alisa Mattern. Meist wird die Braut von Freundinnen oder der Mama begleitet, die miterleben wollen, wie das Hochzeitskleid entsteht. Zunächst geht es um den Schnitt. Die Biebertalerin bietet vor allem Kleider im Vintage-Style, aber auch die A-Linie in einer schlichten Variante an.

"Viele können sich zunächst nicht vorstellen, wie das Kleid an ihnen aussieht." Da hilft eine Anprobe. Im Atelier hängen die verschiedenen Grundmodelle, auf die aufgebaut wird. "Bei dem einen Kleid gefällt das Material, beim anderen das Oberteil, beim dritten der Rock. Das kombinieren wir dann zu einem." Die Schneiderin zeigt die unterschiedlichen Varianten an Spitze, hält verschiedene Stoffe an. Spitze und Stoffe bezieht sie von fünf Lieferanten aus Deutschland und England.

Braut muss eine Nacht über Entscheidung schlafen

"Einige Bräute wissen sofort, was sie wollen. Andere können sich vor Aufregung nicht entscheiden", sagt Mattern. Da hilft die Erfahrung der Brautkleidschneiderin, die genau einschätzen kann, was perfekt zusammenpasst. Alisa Mattern greift zum Stift – und die Braut sieht zum ersten Mal einen Entwurf ihres Hochzeitskleides. Bevor es in die Nähwerkstatt geht, dauert es aber mindestens bis zum nächsten Sonnenaufgang: "Über so eine Entscheidung muss die Braut eine Nacht schlafen." Erst wenn dann das Gefühl noch immer gut ist, fängt das eigentliche Nähen an.

Rund 20 Stunden Arbeit sind vom Entwurf bis zum fertigen Kleid notwendig – "plus die Zeit für die Anproben". Bei besonders aufwendigen Entwürfen kann es auch länger dauern. In der Regel sind es drei bis vier Anproben, bis das Kleid perfekt sitzt. Da wird schnell klar: Heute ein Kleid kaufen und morgen heiraten geht nicht. "Sechs Monate vor der Hochzeit ist ein guter Termin, um das Kleid auszusuchen", rät Mattern. Ein bis zwei Monate vor dem Termin ist hingegen sehr knapp, aber "fragen kann man immer". Auch für gleichgeschlechtliche Paare hat sie schon Hochzeitsmode entworfen: "Die eine Braut trug einen Pettycoat, die andere Braut einen weißen Jumpsuit."

Bezahlbare Unikate

Übrigens: Obwohl Matterns Brautkleider nach individuellen Entwürfen entstehen, kosten sie nicht mehr als in einem herkömmlichen Brautmodengeschäft. "Wenn eine Braut zu mir kommt und sagt, dass sie 800 Euro Budget hat, dann schaue ich, was möglich ist. Ein Brautkleid zu schneidern ist für mich Leidenschaft", sagt Mattern. "Wenn meine Kundin mit ihrem Kleid glücklich rausgeht, dann bin auch ich glücklich."

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