Ein Trachtenpaar ziert das Hinweisschild am Heimatmuseum in Rodheim, dem schmucken Domizil des rührigen Heimatvereins. FOTO: WS
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Ein Trachtenpaar ziert das Hinweisschild am Heimatmuseum in Rodheim, dem schmucken Domizil des rührigen Heimatvereins. FOTO: WS

Ein Aktivposten in der Gemeinde

  • vonKlaus Waldschmidt
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Biebertal(ws). Der Heimatverein Rodheim-Bieber hat in einem Vierteljahrhundert seines Bestehens Meilensteine der örtlichen Dorfgeschichte gesetzt. Coronabedingt konnte die für Ende Oktober geplante Jubiläumsfeier mit Ehrung der Gründer nicht stattfinden - sie ist auf 2021 verschoben. Bereits die Sonder-Präsentation "25 Jahre Heimatverein" gab mit einem Querschnitt Einblick in die zahlreichen Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Aktivitäten des Vereins in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten. Der Heimatverein Rodheim-Bieber ist einer der aktivsten Vereine Biebertals. Untrennbar mit dem Erfolg und der Vielfalt der Aktivitäten verbunden ist der Vorsitzende, Promotor und Ideengeber Helmut Failing, der von einem engagierten Vorstandsteam und rührigen Mitgliedern unterstützt wird.

Denkmäler liegen Verein am Herzen

Der Verein wurde am 30. Oktober 1995 gegründet. Er ist Mitglied im Hessischen Museumsverband, den Verbundmuseen Mittelhessen, der Vereinsgemeinschaft Biebertal und der Vereinsgemeinschaft Bürgerhaus Bieber. Auf etlichen Gewerbeausstellungen hat sich der Verein präsentiert, der auch eine große Außenwirkung hat. So wurden etwa Literatur zu den Themenkreisen "Gedenken und Erinnern" (von Frank Reif) 1996, das Bieberbuch "Bieber - urkundlich ältester Ort Biebertals, der aber nie Gemeinde sein durfte" (Frank Reif, 1998), das Rodheim-Buch "Rodheim im Biebertal" (mehrere Autoren) 2008, das "Kochbuch von Karoline Maxeimer" 2012, die Bieberlies-DVD 2013 sowie historische Jahres-Kalender (Gestaltung Ulrike Haus) und sechs Broschüren (z.B. "Dreißigjähriger Krieg", "Ehemalige Geschäfte in Rodheim-Bieber") publiziert. Hinzu kommen jährliche Vereinsnachrichten.

Dass dem Verein die Denkmäler am Herzen liegen, kommt in der Restaurierung des romanischen Taufbeckens, der sechs barocken Grabsteine auf dem Rodheimer Friedhof sowie der Erstellung von Texttafeln und der Restaurierung des Leschdenkmals am Schwarzen Hof mit der Anfertigung eines Replikats zum Ausdruck: All dies wurde aus Vereinsspenden finanziert. Nicht zu vergessen die Neugestaltung des Bieberer Kehlbachplatzes mit Lore und historischen Tafeln, geplant vom Heimatverein, finanziert von der Vereinsgemeinschaft Bürgerhaus Bieber sowie die Info-Tafeln zu Bieberlies bei Hof Schmitte und das Emily-von-Fritsch-Straßenschild.

Jüngstes Projekt war das Bieberlies-Erinnerungs-Areal als Industriedenkmal" (2016), das mit der Aufstellung und Einweihung eines Personenwagens als "Mini-Bieberlies-Museum" 2020 vollendet wurde.

Seit 1996 wird an den Ferienspielen teilgenommen. Der erste "Biebertaler Museums-tag" fand 2016 statt. Die 1996 gegründete Volkstanzgruppe musste 2010 wegen Nachwuchsmangels aufgegeben werden. Das Highlight des Jahresprogramms, die "Lange Nacht", wurde bereits 20 Mal gefeiert. Ebenfalls 1996 - ebenso wie 2006/2016 - fand die Gedenkfeier zur Ankunft der Heimatvertriebenen vor 60 Jahren mit Vorstellung der von Reinhold Kerl geschaffenen Gedenktafel statt.

Herausragende Ereignisse in der Vereinsgeschichte waren die Organisation des zweitägigen Bieberlies-Festes 1998 und die federführende Mitarbeit an der 850-Jahr-Feier von Rodheim-Bieber im Jahr 2000. Ein markantes Datum war die Einweihung des Museums 2001 mit dem Theaterstück "Zeitfenster" und einem Straßenfest. Das Heimatmuseum ist als "lebendiges Museum" mit wechselnden Ausstellungen und Präsentationen zu Einzelthemen konzipiert und genießt großen Zuspruch. 2011 wurde auch das Backhaus im Museum übernommen, 2015 die Erzbergbauausstellung im Museumskeller eingerichtet. Inzwischen fanden 62 Sonderausstellungen statt.

Viel Beachtung fanden die Bieberer Geschichten, mitten im Dorf gespielt, etwa 2003 "Ankunft der Amis 1945, Auswanderer im 19. Jahrhundert und "Bieberlies und die Rodheimer Geschichten" (2004) mit "Tod des Generals Eliot, Christianisierung Rodheims und Märkergeding". Seit 2006 wird zusammen mit der KSG Bieber der "Biebertaler Ostermarkt" ausgerichtet. Gut 8000 Euro erbrachte die mit der Gemeinde initiierte Spendenaktion zum Erwerb von Inventar von Hof Schmitte 2009. Das Dorffest in Rodheim wurde 2011 mitgestaltet. Die 2014 gegründete Wollspinn-Gruppe ist sehr aktiv. Auch viele Vorträge, Fahrten und Führungen wurden geboten (www.heimatverein-rodheim-bieber.de).

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