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Aktion mit Vorbildcharakter

  • Gabriele Krämer
    VonGabriele Krämer
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Biebertal (ik). Ihre Aktion hat bereits Schule gemacht, denn ein ortsansässiger Baumarkt ließ sich nicht lange bitten: Kaum hatten die Helfer aus Frankenbach ihr mobiles Materiallager im hochwassergeschädigten Schuld entladen, stockte ein Unternehmen aus dem Ahrtal den Bestand an Sanierputz aus einer privaten Spendenaktion der Biebertaler nochmals beträchtlich auf.

Wie berichtet, hatten Privatleute und Unternehmen in der Vorwoche Baumaterial und mehr, etwa palettenweise Heizungskörper und drei komplette Badezimmereinrichtungen für einen Sammeltransport abgeliefert. Trockenbauer Steffen Jauernig, einer der Initiatoren, war mit drei Handwerker-Kollegen bis Sonntagmittag im Katastrophengebiet im Einsatz. Sei man anfangs noch skeptisch gewesen, für alle Spenden einen Abnehmer zu finden, seien am Samstag bereits alle Hilfsgüter »vergriffen« gewesen, sagt er gegenüber dieser Zeitung.

Die gezielte Hilfe aus Frankenbach kam diesmal fünf Familien zugute, die nach der verheerenden Flut auf sich selbst gestellt sind und denen keine Versicherung hilft. Da ist beispielsweise die Familie, deren denkmalgeschütztes und kürzlich erst aufwendig saniertes Hotel »völlig abgesoffen« ist. Oder die Eheleute, deren erwachsener Sohn vor drei Jahren tödlich verunglückt ist und deren noch verbliebener Lebensinhalt, ihr Campingplatz, von den Wassermassen zerstört wurde: Hütten und Wohnwagen wurden fortgerissen. Der Platz muss nun von Wurzeln, Betonbrocken und Geröll freigeräumt werden.

»Diesen Leuten muss man helfen. Aber es sind kaum noch Helfer da«, stellt Jauernig fest. Die Frankenbacher jedenfalls haben sich mächtig ins Zeug gelegt - mit einem Radlader und mit vollem Körpereinsatz, beispielsweise beim Verputzen von Innenwänden oder beim Ausbessern von Außenputz, bei einer spontanen Dachdeckung und beim Beseitigen von Schwemmgut. Und sie haben zugehört. »Die Leute in Schuld«, sagt Jauernig, »die haben viel Redebedarf«. FOTOS: PM

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