Bewusst im Kreis erweitert

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Gießen/Langgöns (pm). Schwarz-grau, hitzebeständig und extrem stabil: Das macht Graphit aus. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert verarbeitet die Graphit Technologie GmbH (GTD) das Material industriell im Landkreis Gießen. Zukunftsentscheidungen werden zusammen mit dem japanischen Mutterkonzern Toyo Tanso getroffen. Mit dem Erwerb einer zusätzlichen Produktionshalle in Langgöns fiel eine solche Zukunftsentscheidung bewusst für eine Standortsicherung im Landkreis. Daher haben nun Landrätin Anita Schneider, der ehemalige Langgönser Bürgermeister Horst Röhrig und Wolfgang Helm, Bauaufsichtsleiter des Landkreises, das Unternehmen GTD und seine neue Produktionshalle besucht.

GTD-Geschäftsführer Arno Cloos und der Technische Leiter Marco Balzer führten durch die Halle und erklärten ihre Arbeit sowie die Unternehmensphilosophie. Für den Umbau der Produktionshalle mussten verschiedenste gesetzliche Vorgaben und Richtlinien eingehalten werden. "Doch auch, wenn die Gesetze manchmal unverständlich schienen, haben wir mit der Bauaufsicht des Landkreises immer sehr gut zusammengearbeitet", resümierte Balzer.

Lokale Lieferanten

"Es ist schön, dass alles, woran wir lange zusammen gearbeitet haben, nun läuft. Durch die Entscheidung für die neue Halle in Langgöns sichern Sie nicht nur Ihren Standort, sondern erhalten auch viele Arbeitsplätze für die Region", sagte Schneider.

Mittlerweile funktioniert in der Halle alles wie geplant. Dabei beachtete GTD auch Aspekte zur Energieeinsparung. So heizt die erzeugte Prozesswärme die Produktionshalle. Um Strom zu sparen, werden außerdem Mitarbeiterschulungen angeboten und Messsysteme in die Geräte integriert.

Die Maschinen stammen überwiegend von lokalen Lieferanten. Vorteil des regionalen Bezugs ist unter anderem, dass Ansprechpartner direkt vor Ort verfügbar sind. Einen weiteren Reiseweg als die Maschinen hat hingegen das Graphit-Rohpulver. Dieses kommt aus Japan und wird in Langgöns zu den entsprechenden Bauteilen verarbeitet.

GTD produziert vor allem für die Metallverarbeitung, Automobil- und Semiconductorbranche sowie in die Medizintechnik, erklärte Geschäftsführer Arno Cloos. Die Bauteile für den Automobilbereich sind vor allem für Hybrid- und Elektrofahrzeuge unverzichtbar. Außerdem ermöglichen weitere Teile, den CO2-Ausstoß und Kraftstoffverbrauch zu senken. Ziel des Unternehmens ist es, sich zukünftig vor allem auf Nischenprodukte zu spezialisieren. Gerade im traditionellen Bereich sehe man Probleme wie die große Konkurrenz durch China oder die Konjunkturabhängigkeit zum Beispiel in der Solarenergie.

Ein weiterer Aspekt der Unternehmensstrategie ist es, einen gesunden Mix aus Massenproduktion und Auftragsfertigung zu erreichen. Durch die Masse könne der Fokus mehr auf die Qualität und die präzise Ausarbeitung eines Produktes gelegt werden. So könne das Produkt verbessert und Fehler bereits bei der Entstehung erkannt und behoben werden. Damit trotzdem keine fehlerhaften Produkte nach außen gehen, werden die gefertigten Teile in der Produktionshalle stichprobenartig bis ins kleinste Detail von Mensch und Roboter kontrolliert. Um im Problemfall bestätigen zu können, dass das Produkt fehlerfrei war, werden alle Produktionsdaten digital gespeichert.

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