Beweisanträge abgelehnt

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Gießen(jwr). Ein 63-Jähriger muss sich derzeit vor dem Landgericht verantworten, weil er in der Silvesternacht versucht haben soll, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau vom Garten ihrer Wohnung aus zu erschießen. Der Angeklagte hat die Schüsse gestanden, behauptet aber, er habe sie erschrecken wollen und bewusst vorbeigezielt.

Auch um diese Version zu stützen, hatte die Verteidigung kürzlich mehrere Beweisanträge gestellt. Unter anderem sollte noch einmal am Tatort in Augenschein genommen werden, wo genau die Frau sowie der Schütze während der Tat gestanden haben. Auch war beantragt worden, vor Ort die Schussbahn per Laserstrahl nachzuvollziehen. Am Dienstag lehnte die Kammer unter Vorsitz von Richterin Regine Enders-Kunze alle sechs Anträge ab. Die "Beschaffenheit der Örtlichkeit" lasse sich durch bereits besprochene Tatortfotos ausreichend feststellen, sagte Enders-Kunze unter anderem zur Begründung der Ablehnung.

Als Reaktion auf einen der Anträge wurde allerdings ein Schusswaffen-Sachverständiger des LKA noch einmal gehört. Es ging um die Frage, wie knapp die Schüsse die Frau verfehlt haben. Die Ergebnisse waren ähnlich wie bei der ersten Aussage des LKA-Mannes: Zwar habe der dritte Schuss die Frau auf dem Balkon "deutlich verfehlt". Die ersten Schüsse seien aber "von der Höhe her gefährlich" gewesen und nur einen knappen halben Meter neben ihr eingeschlagen - selbst wenn sie direkt am Geländer stand.

Die Verhandlung wird am Dienstag fortgesetzt.

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