Bewegung in der Kreisspitze

  • Rüdiger Soßdorf
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Gießen (so). Christian Zuckermann (Grüne) schaut am frühen Nachmittag seines ersten Arbeitstages als hauptamtlicher Dezernent in der Gießener Kreisverwaltung zufrieden drein. »Ich habe nur in freundliche Gesichter gesehen und bin wohlwollend aufgenommen worden. Ich werde dafür Sorge tragen, dass das auch so bleibt«, sagt er.

Seine Zufriedenheit aber liegt auch daran, dass das Aufgabenfeld, das er zu bestellen hat, seinen Vorstellungen entspricht. »Man kann durchaus von einem Umweltdezernat sprechen«, sagt der Grüne. In sein Ressort fallen der Naturschutz, die Bauaufsicht samt Denkmalschutz, Fragen von Wasser und Bodenmanagement, Verkehr einschließlich dem ÖPNV, Veterinär- und Verbraucherschutz, die Abfallwirtschaft sowie die Abteilung für den ländlichen Raum.

Am Donnerstag hatte Landrätin Anita Schneider (SPD) mit Zuckermann sowie dem Ersten Kreisbeigeordneten Christopher Lipp (CDU) und Hans-Peter Stock (FW) die Aufgabenverteilung in der neu aufgestellten hauptamtlichen Kreisspitze neu geordnet.

Zuckermann spricht von einer »sehr konstruktiven Atmosphäre« und einem »kooperativen und wertschätzenden Klima«. Die Landrätin, der qua Amt die Aufgabenverteilung obliegt, ist damit den Wünschen der Grünen und den Vorstellungen der Koalition weitgehend entgegengekommen. Sowohl Schneider als auch Stock haben Zuständigkeiten abgegeben.

Dass der neue Dezernatszuschnitt erst jetzt erfolgt ist, hat einen praktischen Grund: Wäre eine Umorganisation bereits im Sommer mit dem Ausscheiden der Grünen-Kreisbeigeordneten Schmahl und dem Amtsantritt von Lipp eingeleitet worden, dann hätte man binnen drei Monaten zweimal neu sortieren müssen. So wurde das von der CDU-geführten Koalition gewünschte Verteilen der Arbeit auf mehrere Schultern erst mit dem Amtsantritt von Zuckermann vollzogen. Einziger Wermutstropfen für die Grünen: Der Klimaschutz - und damit auch das von der neuen Koalition auf den Weg gebracht Klimageld - bleibt als Querschnittsaufgabe der Landrätin zugeordnet und zwar im Verbund mit der Wirtschaftsförderung.

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