Betrüger ergaunern mehr als 100 000 Euro

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Gießen (pm). Goldbarren, Goldmünzen und Schmuck im Wert von etwa 100 000 Euro haben Betrüger erbeutet. Opfer ist eine 75-Jährige aus dem Landkreis. Die Gauner hatten sich als falsche Polizeibeamte ausgegeben. Die Kriminalpolizei warnt vor dieser Masche, die zuletzt im Landkreis wieder vermehrt angezeigt wurde.

Im aktuellen Fall hatten sich die Betrüger vor etwa drei Wochen das erste Mal bei der Seniorin gemeldet. Ein angeblicher Mitarbeiter des Einbruchdezernates schilderte, dass in der Nähe ihrer Wohnung eingebrochen worden sei. Drei Täter seien festgenommen, einer noch flüchtig, so das Lügenszenario. Bei einem Festgenommenen habe man einen Zettel gefunden, auf dem mehrere Namen und Adressen standen. Darauf sei auch die 75-Jährige vermerkt.

Der falsche Polizeibeamte überzeugte die skeptische Seniorin durch eine resolute Gesprächsführung. Er warnte sie davor, dass ihr Telefon abgehört werde und sie auf keinen Fall zurückrufen solle. Dann fragte ein angeblicher Einsatzleiter die Frau über ihre Vermögensverhältnisse aus. Die Anrufer gaukelten ihr vor, dass mehrere Streifen in Zivil vor ihrem Wohnhaus positioniert seien.

Am nächsten Morgen wirkten die perfiden Kriminellen weiter per Telefon auf die Frau ein: Sie machten ihr weiß, dass sie der absoluten Schweigepflicht unterliege und es bei ihrer Hausbank wahrscheinlich einen "Maulwurf" gebe, der mit den Betrügern zusammenarbeite. Ihre Wertsachen seien deswegen dort nicht mehr sicher. Die Frau wurde in den Telefonaten dazu gebracht, aus ihrem Schließfach bei ihrer Hausbank Goldbarren, mehrere Goldmünzen und Schmuck zu holen und nach Hause zu bringen.

Schließlich wurde die Seniorin unter Vorspiegelung falscher Tatsachen dazu gebracht, ihre Wertsachen in eine Tasche zu legen und vor ihrer Haustür zu deponieren.

Letztlich kam der Betrug ans Tageslicht, als sich die Frau an einen Polizisten wandte, den sie zufällig traf. Die Ermittlungen zu diesem Fall dauern an.

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