Betäubungsloses Schächten verboten

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Anlässlich des heute beginnenden islamischen Opferfestes "Kurban Bayrami" weist das Veterinäramt des Landkreises Gießen auf das Verbot des Schächten von Opfertieren - also ein Schlachten ohne vorherige Betäubung - hin. Darüber hinaus müssen noch weitere Aspekte bei der Schlachtung berücksichtigt werden. "Das Schächten bei vollem Bewusstsein ist nicht nur verboten, sondern auch vollkommen unnötig", sagt der Leiter des Veterinäramtes Dr. Bruno Scherm. Schließlich gebe es tierschutzkonforme Alternativen, die viele Muslime und muslimische Theologen akzeptieren.

Strafen von bis zu 25 000 Euro

"Rinder und Schafe können beispielsweise durch einen Stromschlag betäubt werden, ohne dadurch getötet oder äußerlich verletzt zu werden", erklärt Scherm. Dadurch wird ebenso eine weitere Vorschrift des Islam erfüllt: Da das Herz weiter schlägt, ist die Ausblutung der Schlachttiere nicht beeinträchtigt. Zudem dürfen Opfertiere nicht im Freien geschlachtet werden. So kann ein Schächten im Hinterhof als Gesetzesverstoß mit einer Strafe von bis zu 25 000 Euro geahndet werden. Außerdem muss jedes Tier vor der Schlachtung dem Veterinär- und Verbraucherschutzamt zur Schlachttieruntersuchung vorgestellt werden. Nach der Schlachtung muss untersucht werden, ob das Fleisch für den Verzehr geeignet ist.

Das Veterinäramt des Landkreises Gießen empfiehlt daher, die Tiere in einem gewerblichen Schlachtbetrieb unter Betäubung schlachten zu lassen. Im Landkreis Gießen finden auch in diesem Jahr in mehreren Schlachtbetrieben tierschutzkonforme Opferfest-Schlachtungen statt.

Welche Betriebe tierschutzkonforme Opferfest-Schlachtungen durchführen, teilt das Veterinäramt des Landkreises Gießen unter der Telefonnummer 06 41/93 90-62 00 mit.

Weitere Fragen zur Schlachtung beantwortet der Fachdienst für Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim Landkreis Gießen. Die Experten sind erreichbar unter der Telefonnummer 06 41/93 90-62 00 oder per E-Mail unter poststelle.avv@lkgi.de.

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