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Siesta im Grünen: Diese Kamerunziegen und ihre Artgenossen, Kletterkünstler aus Westafrika, zählen zu den Publikumslieblingen im Steinbacher Kleintierpark.

Besucher müssen draußen bleiben

  • Gabriele Krämer
    vonGabriele Krämer
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Es meckert, gackert und zwitschert. Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen, und der Spielplatz ist frisch herausgeputzt. Ideale Bedingungen im Kleintierpark in Steinbach. Aber vorerst bleiben die Pforten geschlossen.

Vor allem Kleinkindern ist das schwer zu vermitteln: Vom farbenfrohen Spielhaus, dem Klettergerüst und den Schaukeln trennt sie nur ein Gitterzaun - gleich dahinter springen Ziegen fröhlich meckernd über die Wiese, in den Volieren tummelt sich Federvieh der verschiedensten Arten. “Warum dürfen wir nicht rein?„ ist die Frage, die Kurt Becker und seinen Mitstreitern vor Ort seit Tagen am häufigsten gestellt wird.

Der Vorsitzende des Kleinti erzuchtvereins Steinbach, der das beliebte Ausflugsziel am Ortsausgang in Richtung Annerod seit 1985 betreibt, hat sich in dieser Woche bei Bürgermeister Stefan Bechthold rückversichert: “Bis auf weiteres„ müsse der Park geschlossen bleiben. Coronabedingt hatte bereits die traditionell für den 1. April geplante Eröffnung ausfallen müssen.

Was für die Bevölkerung vorübergehend eine Ausflugsmöglichkeit weniger ist, bedeutet für den Verein im zweiten Jahr in Folge massive finanzielle Verluste. Weil das Funktionsgebäude schon 2020 wegen der Lockdown-Phasen nur eingeschränkt vermietet werden konnte, kam es zu 50 Prozent Einnahmeverlusten gegenüber 2019. “Mit einem blauen Auge überstanden„ habe man das alles, nicht zuletzt dank etlicher Sponsoren sowohl aus Fernwald als auch aus weiteren Kreisgemeinden, unterstreicht Becker. Der Verein ist auf das Geld angewiesen. Allein an Futterkosten sind 2800 Euro pro Jahr fällig.

Nun hoffte man auf die neue Saison. Für den Zeitraum bis Anfang Oktober gab es allein 98 Reservierungen für Kindergartenfeiern, Geburtstage, Verlobungsfeiern und Schulfeste - inzwischen hat Becker die Reißleine gezogen und erste Reservierungen storniert. Mit einer Öffnung des Parks wird aktuell nicht vor Ende Juni/Anfang Juli gerechnet.

“Wir haben bis jetzt durchgehalten„, sagt der 74-Jährige und verweist nicht ohne Stolz auf die Leistungen “seiner„ acht bis zehn Ehrenamtlichen. Dieser “harte Kern„ der insgesamt 90 Vereinsmitglieder absolvierte im vergangenen Jahr 1800 bis 2500 Arbeitsstunden, um die Anlage in Schuss zu halten. Allein dreimal wöchentlich muss gefüttert werden. Stets gibt es Neuerungen, die den Park attraktiver machen - aktuell wartet ein neues Taubenhaus auf erste Bewohner, drei Pfautaubenpaare.

Der “Kleintierzuchtverein H 108 Steinbach - Kleintierpark Fernwald„ freut sich über Spenden (Sparkasse Gießen, DE52 5135 0025 0259 0007 36 bzw. Volksbank Mittelhessen, DE39 5139(0000(0010(0411(04).

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