Staatsminister Axel Wintermeyer unterhält sich im Garten des Anwesens an der Moorgasse in Langgöns mit den Beteiligten des Projekts "Sprungbrett-Ausbildungswohnen". FOTO: GECK
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Staatsminister Axel Wintermeyer unterhält sich im Garten des Anwesens an der Moorgasse in Langgöns mit den Beteiligten des Projekts "Sprungbrett-Ausbildungswohnen". FOTO: GECK

Besuch in der Azubi-WG

  • Alexander Geck
    vonAlexander Geck
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Das "Sprungbrett- Ausbildungswohnen" in Langgöns ist für den Demografie-Preis nominiert. Staatsminister Axel Wintermeyer stattete dem Integrationprojekt einen Besuch ab.

Keiner geht verloren" ist das Motto einer Initiative des Landkreises, mit der vor allem jüngere Menschen aus sozial schwierigen Verhältnissen oder mit Fluchtgeschichte in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt integriert werden. In Langgöns gibt es zusammen mit dem Verein Friedrich-Naumann-Haus das Projekt "Sprungbrett-Ausbildungswohnen", das jungen Menschen während ihrer Ausbildung ein fast familiäres Umfeld bietet.

Am Dienstagvormittag war nun Axel Wintermeyer, der Demografie-Beauftragte der Landesregierung, nach Langgöns gekommen, um sich darüber zu informieren. Es sei eines von sechs Projekten, das aus insgesamt 115 Bewerbungen für den Hessischen Demografie-Preis nominiert wurde, betonte der Staatsminister. Die Beteiligten seien also schon unter den Gewinnern. Die genauen Platzierungen werden am 19. August in Wiesbaden bekanntgegeben.

Wintermeyer wies auf die Bedeutung des ländlichen Raumes mit seiner wohnortnahen Infrastruktur hin. Auch bezüglich der Ausbildungsplätze gelte es, dauerhaft attraktiv zu sein, um Voraussetzungen für eine positive Bevölkerungsentwicklung zu schaffen.

"Wer heute nicht ausbildet, dem fehlen die Fachkräfte von morgen", sagte er. Und ergänzte: "Wichtig ist, dass man anpackt und Perspektiven aufzeigt." Landrätin Anita Schneider betonte, dass man zusammen mit der Arbeitsagentur schon früh angefangen habe, Auszubildende und Fachkräfte in den Blick zu nehmen.

Einrichtungsleiter Alexander Thys, der sich mit den Sozialpädagoginnen Maike Knaus und Ann-Kathrin Seitz um die sieben jungen Männer kümmert, skizzierte das Zusammenleben in der Azubi-WG an der Moorgasse. Die Netzwerkarbeit unterstütze die jungen Leute bei etwaigen Problemen, seien sie beruflicher oder privater Natur. Es gelte, die Herausforderung des Übergangs von der Schule in den Beruf zu begleiten. Man möchte den jungen Erwachsenen helfen, ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen und damit eine wichtige Voraussetzung zu schaffen, um mit beiden Beinen im Leben zu stehen. Die Miete wird vorrangig vom Lohn der Auszubildenden bezahlt, die pädagogische Betreuung aus Fördermitteln des Landkreises und aus Eigenmitteln des Vereins Friedrich-Naumann-Haus, erklärte Vorsitzender Harald Scherer.

Beeindruckt war Wintermeyer zum einen vom Konzept. Gesellschaft werde hier zur Gemeinschaft. Das wolle die Landesregierung stärken. Angetan war er aber auch von der Offenheit, mit der die Bewohner den Besucher aus Wiesbaden willkommen hießen. Leon, Max, Ibrahim, Marvin, Hicham und Robert sind zwischen 20 und 35 Jahren alt und in den vergangenen Monaten zu einer Gemeinschaft geworden. Die künftigen Elektroanlagenmonteure, Hauswirtschafter, Alten- und Krankenpfleger ermunterte Wintermeyer: "Nutzen Sie Ihre Chance - wir brauchen Sie".

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