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Besonders in der Gebäudereinigung ist eine Befristung weit verbreitet. (Symbolfoto: dpa)

46 200 Beschäftigte haben "Job auf Zeit"

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Gießen (pm). Trotz guter Lage am Arbeitsmarkt haben im Landkreis Gießen viele Menschen nur einen befristeten Job. Das kritisiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Die Gewerkschaft verweist dabei auf aktuelle Zahlen aus dem Mikrozensus. Danach haben derzeit rund 46 200 Beschäftigte im Raum Mittelhessen einen befristeten Arbeitsvertrag. Das sind 9,3 Prozent aller Arbeitnehmer in der Region.

"Es kann nicht sein, dass Unternehmer trotz der guten Lage am Arbeitsmarkt weiterhin so stark auf Befristungen setzen. Die Bundesregierung muss jetzt mit ihrem Versprechen Ernst machen und Zeitverträge per Gesetz eindämmen", fordert Doris Hammes, Vorsitzende der IG BAU Mittelhessen.

Anders als bei einer Schwangerschaftsvertretung oder einer Probezeit gibt es nach Beobachtung der Gewerkschaft häufig keine zwingenden Gründe für eine Befristung. "Gerade Berufsanfänger werden gern mit einem Job auf Zeit abgespeist. Sie müssen sich von Stelle zu Stelle hangeln", kritisiert Hammes. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) waren im vergangenen Jahr bundesweit 38 Prozent aller Neueinstellungen befristet.

"Wer als Berufsstarter eine Familie gründen oder einen Kredit für die eigene Wohnung oder fürs Auto bekommen will, der braucht keine Zitterpartie, sondern einen sicheren Job", sagt Hammes.

Zu den Branchen, in denen Befristungen besonders verbreitet sind, gehört die Gebäudereinigung, so die Gewerkschaft. Gerade Frauen litten hier unter wackeligen Arbeitsverhältnissen.

Die Gewerkschaft verweist auf den Koalitionsvertrag. Darin haben Union und SPD festgeschrieben, Befristungen ohne konkreten Sachgrund einzudämmen. In Betrieben mit mehr als 75 Beschäftigten sollen solche Zeitverträge demnach künftig auf maximal 2,5 Prozent der Belegschaft begrenzt werden.

Gesetzentwurf vor Sommerpause

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will dazu noch vor der Sommerpause einen Gesetzentwurf vorlegen. Bislang ist die Befristung eines Arbeitsvertrages ohne sachlichen Grund prinzipiell bis zu zwei Jahre lang erlaubt. In diesem Zeitraum kann ein befristeter Arbeitsvertrag in der Regel maximal dreimal verlängert werden.

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