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Vom Bismarckturm ins Land geschaut: Ernst Döpfer mit der neuen Rad- und Wanderkarte Marburg-Gießen.

Beim Wandern Geschichte erfahren

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Biebertal (m). Das Wandern ist schon lange nicht mehr nur des Müllers Lust. Wer wandert, tut nicht nur etwas für seine Gesundheit, er tut auch etwas für die Umwelt. Ob es das sportlich-ambitionierte Wandern ist oder das Genusswandern. Man lernt Menschen kennen, nimmt die Gegend bewusster wahr. Wandern dient vielen, die auf Schusters Rappen unterwegs sind, als Ausgleich vom stressigen Alltag. Das Lahntal mit seiner Peripherie bietet ein dichtes Netz hervorragend gekennzeichneter und ausgewiesener Rad- und Wanderwege. Diese Wege finden sich in einer neuen "Rad- und Wanderkarte - Im Lahntal, von Marburg bis Gießen" abgebildet. Am Entstehen dieses Werkes war der Fellingshäuser Ernst Döpfer beteiligt. Die Umsetzung stammt vom Kartografen Dr. Lutz Münzer aus Marburg, der die Karte in eigenem Verlag mit Unterstützung seiner Ehefrau Brigitte herausgegeben hat. Die Verbindung der beiden kam zustande, nachdem Münzer bei seinen vorbereitenden Arbeiten nach Informationen und Kontakten suchte und dabei auch auf Christian Liebetruth stieß, der als Touristik-Fachkraft die Koordination der Touristikförderung von Landkreis und den Kommunen des Gleiberger Landes verantwortet und ihn an Döpfer verwies.

Reiche Erfahrung als Wegemarkierer

Ein Tipp, der in einer fruchtbaren Zusammenarbeit für eine "kartografisch hervorragende, weil nicht zuletzt sehr detaillierte Darstellung der Topografie im Kartenwerk", so Döpfer, mündete. Sein Engagement bestand in der Hauptsache darin, die von ihm in den Entwürfen in roter Farbe dargestellten Wanderwegelinien mit der Örtlichkeit abzugleichen, um fehlerhafte Darstellungen zu vermeiden. Döpfer konnte sich hier auf seinen reichen Erfahrungsschatz als Ehrenamtler nach fast sechs Jahrzehnten als Wegemarkierer im Vogelsberg und im Gleiberger Land stützen, das er gemeinsam mit den beiden Fellingshäusern, Franz Gareis und Hans Crombach vom Dünsbergverein durchführt. Teils aus der Ortskenntnis heraus, aber auch mit Rad und Wanderschuhen nahm er sich die Zeit und glich so die Darstellungen im Südteil der Karte von Lutz Münzer ab.

Wer sich auf diese Rad- und Wanderkarte verlässt, ist nicht verlassen. Sie zeigt Teile von Routen und komplette Routen wie beispielsweise die des Lahn-Radweges, die Gleiberger Landtour, den Salzböde-Radweg, den Lahn-Limes- und Lahn-Eder-Radweg. Im Gelände weisen die Wege grundsätzlich Ausschilderungen mit grüner Beschriftung auf. Gleiches gilt für die Wanderwege mit roter Beschriftung. Dargestellt sind hier die Fern-, Regional- und Premiumwanderwege, wie beispielsweise der VHC-Panoramaweg Gießen-Wettenberg-Wißmar, die VHC-Wege, die zum Dünsberg führen, der Kelten-Römer-Pfad, der Lahnwanderweg, der Hugenotten-Waldenser-Pfad und damit Wege, deren Auszeichnung der Oberhessische Gebirgsverein (OHGV), der Westerwaldverein (WWV), der Vogelsberger Höhenclub (VHC) und der Dünsbergverein übernommen haben. Ein maßgeblicher Bestandteil sind auch die in der Karte enthaltenen Symbole und Hinweise auf besondere Sehenswürdigkeiten und lohnenswerte Anlaufpunkte wie das Holz- und Technik-Museum in Wißmar, der Bismarckturm bei Gießen, die "Zeiteninsel" bei Argenstein, oder das Lapidarium (Grenzsteingarten) bei Fellingshausen.

Wandern heißt also auch Geschichte erfahren und in der Gegenwart der Vergangenheit begegnen. Die Zeichenerklärungen sind umfassend und lückenlos. "Die Karte erinnert an die amtlichen topografischen Karten der Hessischen Landesvermessung", so Döpfer. Ein halbes Jahr intensiver Arbeit, die vor allem auch Herzblut und Idealismus erkennen lässt, hat sich gelohnt. Die Rad- und Wanderkarte Lahntal bildet in Nordsüd-Richtung den Bereich von Cölbe bis Gießen und in Ostwest-Richtung den Bereich von Treis bis zum Dünsberg ab. Sie verweist zudem auf die Unterstützung der touristischen Fachdienststellen der Städte Marburg und Gießen sowie der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Gießen und des Lahntal-Touristikverbandes. Zu beziehen ist sie über den Buchhandel oder bei Dr. Lutz Münzer (Tel.: 06421/162251, Fax: 06421/176366, E-Mail: karten-muenzer@t-online.de).

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